Lipobay-Desaster trifft auch Bayer Österreich

28. November 2001, 19:15
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Einbruch bei Ergebnis nach neun Monaten

Wien - Das Desaster mit dem Cholesterinsenker Lipobay drückt auch auf die operativen Ergebnisse der Österreich-Tochter des Leverkusener Chemieriesen Bayer - so wie auch auf die Gewinne des Gesamtkonzerns. Operativ verdiente Bayer Österreich in den ersten drei Quartalen um 27 Prozent weniger als nach neun Monaten im Vorjahr, nämlich 4,8 Mio. EURO (66 Mio. S). Die Umsätze stiegen dabei um 5,3 Prozent auf 178,5 Mio. EURO.

"Ein beachtlicher Teil" des Ergebnisrückgangs sei wegen des Lipobay-Rückzugs ab Sommer zustande gekommen, so der mit Jahreswechsel in den Ruhestand wechselnde Generaldirektor von Bayer Österreich, Bernhard R. Bauer (62), bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. Sein designierter Nachfolger, der bisherige Leiter der Sparte Healthcare in Österreich, Martin Hagenlocher (44), wollte noch keine genauen Angaben zum Ausmaß des Lipobay-Faktors machen: "Es kommen noch immer Packungen zurück." Lipobay, eines der bestverkauften Medikamente aus dem Hause Bayer, musste vom Markt genommen werden, da der Gebrauch mit mehr als 50 Todesfällen in Zusammenhang gebracht werden konnte. Für das nächste Jahr ist ein Umsatzwachstum "über dem Durchschnitt der österreichischen Wirtschaft" geplant. Im Bereich Pflanzenschutz konnte man durch die Übernahme der Aventis Crop Science auch in Österreich den Marktanteil von rund 13 Prozent auf 20 Prozent ausbauen.


Viagra-Konkurrenz

Das Potenzmittel Vardenafil, als Viagra-Konkurrenz einer der Hoffnungsträger für den Konzern, wird voraussichtlich im zweiten Quartal 2003 auf den Markt kommen, hieß es weiters. Im Dezember startet das EU-Zulassungsverfahren. (szem, Der Standard, Printausgabe, 29.11.01)

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