US-Staatsbürgerschaft als Belohnung für Hinweise auf Terroristen

29. November 2001, 17:06
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Justizminister Ashcroft stellt Plan für Einwanderer vor

Washington - Wer amerikanischen Ermittlern Hinweise zur Ergreifung von Terroristen gibt, soll dafür mit einer erleichterten Einbürgerung belohnt werden. Einen entsprechenden Plan stellte US-Justizminister John Ashcroft am Donnerstag vor. Ausländer sollen für Tipps auf mutmaßliche Terroristen unter anderem Unterstützung bei Visa-Angelegenheiten erhalten. Man werde die Informanten auf den Weg zur US-Staatsbürgerschaft begleiten, sagte Ashcroft.

Das so genannte Programm für verantwortliche Kooperateure stehe auch illegalen Einwanderern offen und könne sie vor der Abschiebung bewahren, sagte der US-Justizminister weiter. Wie aus dem Justizministerium verlautete, soll die Entscheidung über Qualität und Zuverlässigkeit der Hinweise den Strafverfolgungsbehörden obliegen.

Ashcroft verteidigte die Einrichtung von geheimen Militärgerichten für Verfahren gegen mutmaßliche Terroristen. Bei öffentlichen Prozessen könnten die Geheimdienstmethoden bekannt werden und außerdem seien solche Prozesse ein willkommenes Ziel für Terroranschläge. Kritiker befürchten, dass Angeklagte bei Militärprozessen weniger Rechtsbeistand erhalten könnten als bei Zivilprozessen. (APA/AP)

STANDARD-Korrespondentin Susi Schneider aus New York
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