Ukrainische Touristin aus Schubhaft in Wien entlassen

28. November 2001, 18:50
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Frau hatte bei Ausweiskontrolle keinerlei Papiere bei sich

Wien - Jene 62-jährige Touristin aus der Ukraine, die am Samstag in Wien ohne Dokumente festgenommen und in Schubhaft genommen worden war, sei am Dienstag, Vormittag wieder entlassen worden.

Das betonte am Mittwoch ein Beamter der Fremdenpolizei, nachdem am Dienstag Berichte aufgetaucht waren, dass sich die Frau nach wie vor in Schubhaft befinde. Meldungen, wonach bei der Ukrainerin während eines simplen Stadtspaziergangs eine Ausweiskontrolle durchgeführt worden sei, entsprächen nicht den Tatsachen, hieß es.

Altkleidercontainer durchstöbert

Die Frau sei vielmehr von einem Sicherheitswachebeamten angesprochen worden, als sie einen Altkleidercontainer durchstöberte. Die Frau habe keinerlei Papiere bei sich gehabt und erklärt, sie habe diese während eines Toilettenbesuchs am Vortag einer ihr nicht näher bekannten Polin anvertraut, die damit verschwunden sei. "Die Frau hatte aber keine Diebstahlsanzeige erstattet", sagte der Beamte.

Überprüfung

Bei einer Überprüfung habe sich dann herausgestellt, dass die Ukrainerin, die sich eigenen Angaben zufolge auf der Rückreise von einer Busfahrt nach Italien befand, im Sommer mehr als zwei Monate lang in Wien gewesen sei. Da ihre Angaben bezüglich der Italienreise nicht zu verifizieren gewesen seien, habe man untersuchen wollen, ob sie sich womöglich die ganze Zeit über - unberechtigt - . "Schließlich haben wir der Frau alles geglaubt, wasin Österreich aufgehalten habe sie gesagt hat, und sie entlassen", sagte der Beamte. Die 62-Jährige sei dem Schubhaft-Sozialdienst der Caritas übergeben worden. Bei keinem Touristen, der durch die Stadt spaziert, werde willkürlich eine Ausweiskontrolle durchgeführt, hieß es.(APA)

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