Mexiko: Verschwinden hunderter Menschen wird untersucht

28. November 2001, 15:11
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Präsident Fox setzt Sonderermittler ein

Mexiko - In Mexiko soll ein Sonderermittler das der Armee und der Polizei angelastete Verschwinden Hunderter Menschen während der 70er und 80er Jahre untersuchen. Die Schaffung des Amtes wurde am Dienstag von Präsident Vicente Fox angeordnet. Laut einem Bericht der staatlichen Menschenrechtskommission waren viele der 532 politisch linksorientierten Personen, die in den 70er und Anfang der 80er Jahre als vermisst gemeldet worden waren, von Beamten der Bundes-, Staats- und Kommunalpolizeien in Gewahrsam genommen worden.

Fox erfüllt mit seinem Schritt teilweise ein Wahlversprechen. Er hat auch die Schaffung eines Ausschusses angeordnet, der sich mit der Möglichkeit von Entschädigungszahlungen an Hinterbliebene befassen soll. Außerdem verfügte er die Freigabe von Akten, die zur Aufhellung der Vermisstenschicksale beitragen könnten.

Bei den Verschwundenen handelt es sich zum Teil um mutmaßliche Mitglieder oder Sympathisanten von kommunistischen Guerillagruppen, die gelegentlich Bombenanschläge, Entführungen und Morde verübten. In vielen Fällen waren die Opfer Bauern, Lehrer in ländlichen Gebieten sowie Studenten und Schüler. Sie wurden ohne Haftbefehl festgesetzt und verschwanden in geheimen Gefängnissen der Polizei und der Streitkräfte, wo sie dem Bericht zufolge gefoltert und zum Teil vergewaltigt wurden. (APA/AP)

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