Teilweises Aus für Mode-Arznei

28. November 2001, 15:00
posten

Pharmakonzern Merck nimmt Kava-haltige Beruhigungsmittel vom Markt

Darmstadt - Aus Sorge um mögliche Nebenwirkungen nimmt der Pharmakonzern Merck seine Kava-haltigen Beruhigungs-und Entspannungsmittel vom Markt. Die Merck-Tochtergesellschaften merck dura GmbH und Merck Selbstmedikation GmbH hätten sich auf Grund der aktuellen Risikodiskussion eigenverantwortlich entschlossen, die apothekenpflichtigen Präparate kavadura 120 mg und Kytta-Kava ab Donnerstag vorsorglich vom Markt zu nehmen, erklärte das Unternehmen am Mittwoch in Darmstadt.

Dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte waren den Angaben zufolge in den vergangenen Jahren 24 Verdachtsfälle von Nebenwirkungen an der Leber gemeldet worden. Ein möglicher Zusammenhang zwischen der Einnahme von Kava-Präparaten und den gemeldeten Nebenwirkungen werde derzeit wissenschaftlich geprüft und könne nicht ausgeschlossen werden, betonte der Konzern. Obwohl es bei den Merck-Produkten bisher keinerlei Hinweise auf derartige Nebenwirkungen gebe, würden die Mittel aus Gründen der Arzneimittelsicherheit vorsorglich vom Markt genommen.

Hintergrund

Beide Produkte repräsentierten ein jährliches Umsatzvolumen von deutlich unter einer halben Million Euro (6,88 Mill. S). Kytta-Kava wird seit drei Jahren vermarktet, kavadura 120 mg seit April des laufenden Jahres.

Die rein pflanzlichen Kava-Präparate werden laut Merck aus dem Wurzelstock des Kavapfeffers gewonnen, der vorwiegend in Polynesien wächst. Die Mittel sollen körperlich erschöpften und nervlich gereizten Menschen Ruhe und Entspannung bringen, ohne zu Abhängigkeit und Gewöhnung zu führen. (APA)

Share if you care.