Italiens Gewerkschaften rufen Streik gegen Berlusconi aus

28. November 2001, 14:54
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Protestaktionen zwischen 5. und 7. Dezember geplant

Rom- Die italienischen Gewerkschaften haben am Dienstag einen Generalstreik gegen den Plan zur Abschwächung des Kündigungsschutzes der Regierung von Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi ausgerufen. Der Arbeitskampf, zu dem die in einem Dachverband zusammengeschlossenen Gewerkschaftsverbände ausriefen, betrifft alle Berufskategorien in Italien, die zwischen 5. und 7. Dezember zwei Stunden lang die Arbeit niederlegen werden.

Für helle Entrüstung sorgte der Beschluss der Regierung, im Parlament die Ermächtigung zu beantragen, um die Revision des seit 1970 geltenden Arbeitsstatuts ohne Abänderungen in ein Gesetz umzuwandeln. Die Oppositionsparteien haben somit keinerlei Vetorecht über die Maßnahmen zur Lockerung des Kündigungsschutzes mehr.

Berlusconi will Arbeitsstatut ändern

Die Regierung Berlusconi will das seit 1970 geltende Arbeitsstatut teilweise ändern und Unternehmern die Kündigung des Personals erleichtern. Der Reformplan von Arbeitsminister Roberto Maroni sieht für eine vierjährige Übergangsphase die Aussetzung dieses Artikels in bestimmten Fällen vor. Davon sollen vor allem Klein- und Mittelbetriebe profitieren.

Auch "Schwarzarbeiter", deren Position dank der neuen Maßnahmen zur Bekämpfung der Schattenwirtschaft saniert wurde, können demnach leichter entlassen werden. Der Reformplan der Regierung wird von den Arbeitnehmerverbänden heftig kritisieren. Sie fürchten, dass die "wilde Deregulierung" den italienischen Arbeitsmarkt zu einem "Dschungel" machen werde. (APA)

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