Neue Bodenannäherungs- Warnsysteme sollen Flugsicherheit verbessern

28. November 2001, 14:08
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GPWS soll deutliche Verbesserung bringen

Basel - "Controlled Flight into Terrain" oder auf deutsch: vorzeitiger Bodenkontakt ist einer der grossen "Angstgegner" der Luftfahrt. Der Unfall eines Crossair-Flugzeuges am letzten Samstag hat Vermutungen in diese Richtung genährt. Nur vier Tage später kam es in Nigeria zu einem ähnlichen Vorfall mit einem Frachtflugzeug des Typs Boeing 747. Mit Systemen, welche die Piloten vor einer Bodenannäherung zur Unzeit warnen, versucht man diese Gefahr zu bekämpfen. Die Crossair ist an vorderster Front mit dabei.

"Ground Proximity Warning System" Das Stichwort heisst GPWS. Die Abkürzung steht für "Ground Proximity Warning System" oder "System zur Warnung vor geringem Bodenabstand". GPWS überwacht die Geschwindigkeit des Absinkens in Relation zur Höhe über dem Boden und schlägt bei Gefahr mittels einer (vom Computer erzeugten) ",menschlichen Stimme" Alarm. Auch beim Unterschreiten der für den Flug eingegebenen Mindesthöhe meldet sich das Warnsystem. Die Daten holt es sich in erster Linie vom Radio-Höhenmesser. GPWS ist weltweit in 13'700 Düsen- und in 7000 Turboprop-Verkehrsflugzeugen im Einsatz, auch in sämtlichen Maschinen der Crossair.

Topografie - Enhanced Ground Proximity

Mit dem so genannten Enhanced Ground Proximity Warning System (EGPWS) geht die Technik noch einen Schritt weiter. Dieses System "kennt" die Topografie des jeweils überflogenen Gebiets und hat deshalb die Fähigkeit "nach vorn zu schauen" und die Piloten viel früher vor drohender Gefahr zu warnen. Zusätzlich präsentiert ein Bildschirm die Gegend in verschiedenen Farben, wobei kritische Punkte rot aufleuchten.

Embraer-Jets

EGPWS ist eine sehr junge Technik und sogar für fabrikneue Flugzeuge erst ab April 2002 vorgeschrieben. Dennoch führen es zahlreiche Fluggesellschaften freiwillig ein. Bei der Crossair sind alle Embraer-Jets sowie derzeit vier Maschinen des Typs Avro RJ 100 Jumbolino damit ausgerüstet; weitere Jumbolinos werden im Rahmen der regulären Revisionen umgebaut. Weltweit sind von den mehr als 20'000 Verkehrsflugzeugen heute deren 4'400 durch EGPWS gesichert. Ab 2005 muss das System in allen Verkehrsflugzeugen eingebaut sein.

Trotz dieser modernen "Fallnetze" kann es aber Zwischenfälle geben. Zu Katastrophen kommt es immer dann, wenn im Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine ein Fehler oder Missverständnis entsteht.(APA)

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