Indonesien: Suhartos Sohn wegen mutmaßlicher Anstiftung zu Richtermord verhaftet

28. November 2001, 17:25
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Nachkomme des früheren Diktators nach einjähriger Fahndung gefasst

Jakarta - Der Sohn des früheren indonesischen Diktators Suharto ist am Mittwoch nach einjähriger Fahndung in Jakarta verhaftet worden. Hutomo Mandala Putra, genannt "Tommy", wird beschuldigt, danach die Ermordung eines der Richter sowie eine Serie von Bombenanschlägen veranlasst zu haben. Sein Rechtsanwalt Nudirman Munir sagte, offenbar sei die Verhaftung im Zusammenhang mit dem Mordvorwurf erfolgt.

Staatspolizeichef General Suroyo Bimantoro gab bekannt, man habe den 39-jährigen Suharto-Sohn im Süden der Hauptstadt gefasst. Er war im November letzten Jahres vom obersten Gerichtshof im Zusammenhang mit einer Korruptionsaffäre, in die eine ihm gehörende Firma verwickelt war, zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt worden und dann untergetaucht.

Kampf gegen wuchernde Korruption

Syafiuddin Kartasasmita, Richter am Obersten Gerichtshof, war im Juli von mehreren Tätern erschossen worden, wofür die Polizei Suhartos Sohn verantwortlich machte. Er wird auch mit Bombenanschlägen in Verbindung gebracht, von denen einer, der im vergangenen Jahr auf die Börse in Jakarta verübt worden war, mehr als ein Dutzend Todesopfer forderte. Das Urteil in der Korruptionsaffäre war im Oktober vom selben Gericht wieder aufgehoben worden. Zur Begründung hieß es, der Beschuldigte habe sich nicht um die Tagesgeschäfte seiner Firma gekümmert und könne nicht für deren Gebaren verantwortlich gemacht werden.

"Tommys" 81-jähriger Vater war im letzten Jahr wegen einer anderen Korruptionsaffäre angeklagt worden, hat aber unter Hinweis auf Krankheit und hohes Alter einen Prozess umgehen können. Die seit vier Monaten amtierende Regierung unter Präsidentin Megawati Sukarnoputri, der Tochter des einstigen Staatschefs Sukarno, hat angekündigt, dass sie die wuchernde Korruption bekämpfen und die Schuldigen bestrafen werde. (APA/AP)

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