Journalisten in Masar-i-Sharif: "Szene völliger Zerstörung"

28. November 2001, 12:19
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Hunderte Tote bei dreitägiger Revolte

Kabul/London - Nach der Gefangenenrevolte im afghanischen Masar-i-Sharif haben am Mittwoch erstmals Rote-Kreuz-Vertreter und Journalisten das Lager betreten. Ein Korrespondent des britischen Rundfunksenders BBC berichtete, er habe "Hunderte von Leichen" gesehen. Er sprach von einem Blutbad. Bis zu 600 Menschen seien bei der dreitägigen Revolte getötet worden. "Wir sahen eine Szene völliger Zerstörung."

Amnesty International forderte eine Untersuchung. Truppen der Nordallianz hatten den Aufstand ausländischer Talibankämpfer mit Panzern, Granatwerfern und massiver US-Luftunterstützung niedergeschlagen. Amnesty International verlangt, es müsse so schnell wie möglich geprüft werden, ob die Nordallianz und die USA nicht unverhältnismäßig hart vorgegangen seien.

Zugleich verstärken die USA ihre Jagd auf El-Kaida-Terroristen und ihren Anführer Osama bin Laden. Kampfjets griffen ein Lager bei Kandahar an. Ein Talibansprecher sagte nach den Angriffen, ihr Führer Mullah Mohammed Omar sei nicht in dem Camp gewesen. Er sei in Sicherheit. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Eine Szene bei der Erstürmung des Gefängnisses

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