Warnung vor Ausweitung der US-Militäraktion auf den Irak

28. November 2001, 11:41
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Schröder mahnt zur Vorsicht bei Zielen außerhalb Afghanistans

Berlin - Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat vor einer Ausweitung des Anti-Terror-Krieges auf andere Länder als Afghanistan gewarnt. Im Bundestag rief Schröder am Mittwoch zur Vorsicht auf bei Äußerungen, "die jetzt schon neue Ziele suchen". Mit Blick auf Diskussionen um einen Einsatz gegen den Irak sagte der Kanzler, insbesondere sei Vorsicht bei "neuen Zielen im Nahen Osten" geboten. "Da könnte uns mehr um die Ohren fliegen, als wir in der Lage wären zu tragen."

Gleichzeitig hob Schröder hervor, es müsse alles getan werden, um die internationale Anti-Terror-Koalition zusammenzuhalten. Mit Blick auf die Afghanistan-Konferenz in Bonn sagte Schröder, dort könnte "eine Perspektive für das geschundene Land" entwickelt werden. Er sei froh, dass Deutschland Gastgeber der Konferenz sei.

Deutschland hat beschlossen, 3900 Soldaten für den Kampf gegen den Terror bereitzustellen. Ausgeschlossen wurde aber der Einsatz von Bodentruppen in Afghanistan sowie die Beteiligung an Luftangriffen.

SPD-Fraktionsvize Gernot Erler warnte unterdessen ausdrücklich vor einer Ausweitung der Anti-Terror-Kampagne auf den Irak. Es gebe natürlich ein internationales Interesse daran, dass wieder Waffeninspektoren in das Land kämen, sagte er im Inforadio Berlin-Brandenburg. Schließlich bestehe die Gefahr, dass Staatschef Saddam Hussein wieder mit der Herstellung von Massenvernichtungswaffen beginne. "Aber alles andere, zum Beispiel einen Zusammenhang herzustellen mit dem 11. September und zu sagen: 'Das nächste Land ist Irak', das ist etwas, vor dem man nicht deutlich genug warnen kann", sagte der SPD-Politiker weiter. Ein Angriff auf Irak wäre "mit Sicherheit das Ende der großen politischen Allianz gegen den Terrorismus". (APA/dpa)

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