Biotech-Studie ortet enormes Potenzial

28. November 2001, 11:24
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Gutes Zeugnis für Standort Wien - Ausbau der Infrastruktur und Ausbildung notwendig

Biotech-Studie stellt dem Standort Wien ein gutes Zeugnis aus Rieder: Vorrangstellung innerhalb Österreichs - Ausbau der Infrastruktur und verstärkte Ausbildung notwendig

Wien - Der Wiener Wirtschaftsstadtrat Sepp Rieder (S) hat am Mittwoch die Ergebnisse einer von der Stadt und dem Bund finanzierten Studie zum Biotechnologiestandort Österreich bzw. Wien präsentiert. "Die Studie bestätigt die Vorrangstellung Wiens im österreichischen Vergleich, zeigt aber, dass wir auf internationaler Ebene noch gefordert sind", betonte Rieder. Die Untersuchung belege, dass in der Vergangenheit die richtigen Schwerpunkte gesetzt worden seien.

Kompetenzzentrum

"Die Stadt Wien hat seit 1997 rund 1 Mrd. S (72,7 Mill. Euro) in den Biotech-Standort investiert, um zukunftssichere hochqualifizierte Jobs zu schaffen und abzusichern. Wir setzen weiterhin auf diesen Zukunftsbereich, auch vor dem Hintergrund der EU-Erweiterung. Denn Wien wird sich in dem neu entstehenden Wirtschaftsraum als Kompetenzzentrum etablieren, und die Biotechnologie ist eine der zentralen Bereiche dabei", so Rieder.

Enormes Potenzial

Die Studie "Position und Perspektiven von Österreich in der Biotechnologie unter besonderer Berücksichtigung von Wien" der Boston Consulting Group bestätige einmal mehr das enorme Entwicklungspotenzial der Biotechnologie sowie der Hochtechnologie im allgemeinen. Es wird demnach geschätzt, dass im Jahr 2010 weltweit im Bereich der Biotechnologie unmittelbar 1,2 Millionen hochqualifizierte Fachkräfte beschäftigt sein werden und zu einer Wertschöpfung von mehr als 5.504 Mrd. S beitragen.

Für Österreich wird laut Rieder das entsprechende Potenzial bis 2015 alleine im Biotech-Bereich betreffend Medizin und Pharmazie auf 2.500 zusätzliche Arbeitskräfte und einer Wertschöpfung von 22 Mrd. S geschätzt. Im gesamten Bereich Hochtechnologie gehe man von einem Potenzial von rund 12.000 zusätzlichen Jobs aus.

Infrastruktur und Ausbildung

Rieder zeigte sich überzeugt, dass mit aktuellen Maßnahmen in Wien der richtige Weg eingeschlagen worden ist: "Dies gilt insbesondere für den Ausbau der Infrastruktur, sowie verstärkten Maßnahmen in der Ausbildung." Die Arbeiten zum Ausbau des Vienna-Bio-Center in Wien-Landstraße um weitere 4.200 Quadratmeter Labor- und Bürofläche beginnen demnach noch im Dezember. Und eine von Wien finanzierte Fachhochschule für Biotechnologie mit langfristig 240 Ausbildungsplätzen soll 2002 ihren Betrieb aufnehmen.

Innerhalb Österreichs ist laut Rieder der Schwerpunkt sowohl der Forschung als auch der unternehmerischen Tätigkeit auf Wien konzentriert ist. Demnach beträgt der Anteil der wissenschaftlichen Arbeit 69 Prozent. Von den in Österreich tätigen Biotech-Unternehmen sind 75 Prozent in Wien angesiedelt, darunter die internationalen Konzerne Boehringer Ingelheim, Novartis und Baxter. (APA)

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