Fernstudien im Salzkammergut gefragt

28. November 2001, 11:07
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Wunschträume wie "ein paar kommen hoffentlich" können mitunter überraschend von der Realität eingeholt werden ...

Bad Goisern - Wunschträume wie "ein paar kommen hoffentlich" können mitunter überraschend von der Realität eingeholt werden. So passiert in Bad Goisern im Salzkammergut, als Michael Kurz, Geschäftsführer des kürzlich eröffneten Bildungszentrums "Basis", mit Anmeldungen zu den ersten Kursen des Fernstudiums überhäuft wurde.

80 Studierende haben sich für das neue Bildungsangebot in Bad Goisern entschieden. Sie werden vom Schreibtisch zu Hause ihr Studium der Psychologie, Geschichte, Mathematik oder Wirtschaftswissenschaft in Zusammenarbeit mit der Fernuniversität Hagen in Deutschland angehen.

Kurz sieht sich damit schon jetzt zu Beginn im Konzept bestätigt: "Die Bildung aufs Land holen, weil hier im Salzkammergut ist bildungsmäßig gar nichts los." Und damit auch möglichst viele beim Studium am Ball bleiben, organisiert der Basis-Geschäftsführer für die Bildungsneulinge Stammtische und Lerntreffs.

Oase in der Wüste

Das Kurszentrum selber befindet sich direkt im Gemeindeamt von Bad Goisern. Vom Einzugsgebiet her "decken wir alles zwischen Saalfelden und Steyr ab" - erst dort finden sich die nächsten größeren Bildungszentren abseits der großen Städte. Zusätzlich gibt es auch mit dem Berufsförderungsinstitut bfi eine Kooperation. Der Computerführerschein und Sprachkurse werden zum fixen Kursangebot werden. Kurz will darauf achten, dass jeder Kurs mit anerkannten Zertifikaten abschließt, damit unsere Absolventen "auch wirklich was vorzuweisen haben".

Als dritte Schiene werden Kurse "nachfrageorientiert" angeboten - wenn etwa ein ganzer Betrieb für seine Mitarbeiter Schulungen braucht, "wird das hier von uns vor Ort organisiert, damit die Leute nicht 80 Kilometer nach Linz pendeln müssen". Der Betrieb der neuen Bildungsstätte ist für die ersten beiden Jahre gesichert. In die Infrastruktur haben die Gemeinde und das Land eine Million investiert. Darüber hinaus will Geschäftsführer Kurz um "Bildungspartner" - sprich Sponsoren - werben.

Welterbe erforschen

Seit 1997 ist das innere Salzkammergut Unesco-Welterbe, doch "zeitweise herrscht tief sitzende Enttäuschung, weil das Salzkammergut sich mit dem Welterbe allein gelassen fühlt, obwohl auch Bund und Land Verpflichtungen eingegangen sind", bedauert man die Situation in der Region. Ein "Site-Manager" soll jetzt die Forschung am Welterbe und eine Kooperation mit der - ähnlich strukturierten - Region Mittelrhein in Deutschland aufbauen.(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27. 11. 2001)

Von Andrea Waldbrunner

Infos: 0650/447 86 79
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