MSCI-Umstellung sorgt für Bewegung am Wiener Aktienmarkt

28. November 2001, 15:21
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AUA, BBAG, Lenzing und Generali Holding unter Druck

Wien - Die bevorstehende Umstellung der Indexfamilie von Morgan Stanley Capital International (MSCI) auf das Kriterium Streubesitz wird den österreichischen Aktienmarkt nach Ansicht der Markteilnehmer bis Ende der Woche in Bewegung halten. Besonders am Freitag seien die meisten Anpassungen zu erwarten, meint der Bereichsleiters des Aktienfondsmanagements der Bank Austria-Fondsgesellschaft Capital Invest, Paul Severin. Laut Morgan Stanley würden sich Portfolios im Umfang von geschätzten 425 Mrd. US-Dollar (482 Mrd. Euro/6.632 Mrd. S) an den MSCI-Indizes orientieren, das könne gewaltige Geldstrome bewirken.

Anteil österreichischer Titel reduziert

Wie berichtet werden die MSCI-Indizes per Ende November in einem ersten Schritt auf ein Gewichtungssystem nach Streubesitz umgestellt, was den Anteil der österreichischen Titel auf Grund ihres traditionell niedrigen Streubesitzanteils reduzieren wird. Ob die Unternehmenswerte dadurch besser dargestellt würden, stellt Severin in Frage. Allerdings habe es einen starken Bedarf dazu seitens der institutionellen Investoren gegeben.

AUA, BBAG und Generali Holding unter Druck

Tatsächlich werden mit Ende der Woche jene Titel, die aus den MSCI-Indizes - in Österreich sind das AUA, BBAG, Lenzing und Generali Holding - gestrichen werden damit auch aus dem Anlageuniversum aller Fondsmanager verschwinden, die sich am MSCI-Index orientieren. Für diese Titel sei auf jeden Fall Druck zu erwarten, so Severin. Die Fondsmanager müssten noch regieren, sofern sie es nicht schon getan hätten.

Voest Alpine darf mit Gewinnen rechnen

An stärkere Auswirkungen an der Wiener Börse glaubt auch der Aktienanalyst Günther Artner von der Erste Bank. So habe die Voest Alpine - der einzige österreichische Neuzugang in die MSCI-Indexfamilie - bereits im Vorfeld der Umstallung zugelegt. Aber es sei sicher noch nicht alles umgeschichtet, die Volatilität sollte zunehmen. Besonders starke Auswirkungen erwartet Artner für Freitag.

Die Streichung der Bau Holding Strabag-Aktien aus dem MCSI-Universum wegen zu geringen Börsenkapitalisierung und Handelsvolumen vor einem Jahr hatte auf Grund der Marktenge der Papiere ein Kursgemetzel zu folge. Der Wert brach binnen drei Handelstagen von über 30 Euro auf unter 20 Euro um mehr als ein Drittel ein, bevor die Aktien in den darauffolgenden Tagen nahezu wieder auf ihr Ausgangsniveau kletterten. (APA)

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