Vergewaltigung: Jeans-Argument zieht nicht vor Gericht

28. November 2001, 10:39
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Italiens oberste Richter bestätigen Verurteilung

Rom - Das Oberste Gericht in Italien hat am Dienstag den Einspruch eines wegen Vergewaltigung seiner Ex-Frau verurteilten Mannes verworfen. Der Angeklagte hatte erklärt, er könne seine ehemalige Partnerin gar nicht vergewaltigt haben, weil diese zum Zeitpunkt des Geschehens Jeans angehabt habe.

Seine Anwälte erklärten dazu, die Frau werde mit dem Beischlaf einverstanden gewesen sein, denn ohne ihre Mithilfe hätten die engen Hosen nicht entfernt werden können. Dieses Argument wies der Gerichtshof in Rom jedoch als nicht stichhaltig zurück. Die Jeans seien ausgezogen worden aus Angst vor weiterer Gewalt, und somit sei das Urteil früherer Instanz nur zu bestätigen.

Entscheidung gegen Fahrlehrer bestätigt

Das Gericht bestätigte damit zugleich eine Entscheidung von vor zwei Jahren, wo ein Freispruch mangels Beweisen im Fall eines ebenfalls wegen Vergewaltigung angeklagten Fahrlehrers aufgehoben worden war. Der Mann hatte ebenfalls behauptet, seine Schülerin habe Jeans getragen, die ohne Mithilfe des Mädchens nicht habe entfernt werden können. Dieser Freispruch hatte Proteste weit über Justizkreise hinaus ausgelöst. Parlamentarierinnen hatten tagelang Jeans bei Sitzungen getragen, um ihrer Empörung über die Urteilsbegründung Nachdruck zu verleihen und dessen Aufhebung zu fordern. (APA/Reuters)

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