Antikes chinesisches Arzneimittel killt Brustkrebszellen

27. November 2001, 20:00
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Auch bei Leukämie wirksam

Washington - Bioingenieure der University of Washington haben nachgewiesen, dass Artemisinin, ein Wirkstoff des Beifußgewächses, Brust- und Blutkrebszellen wirksam zerstört. Wie das Team um Henry Lai im Wissenschaftsmagazin Life Sciences berichtet, vernichtete das antike chinesische Arzneimittel nach rund 16 Stunden beinahe alle Brustkrebszellen. Gesunde Brustzellen werden durch die Behandlung nicht beschädigt. Chinesen nutzten das Beifußgewächs vor tausenden Jahren gegen Malaria. Während archäologischer Ausgrabungen in den 70-er Jahren wurde die Substanz in vergrabenen Rezepten wieder entdeckt.

Chemische Reaktion

Die Substanz wirkt im Zusammenspiel mit Eisen, das in hohen Konzentrationen im Malariaparasiten zu finden ist. Bei der chemischen Reaktion werden geladene Atome, so genannte freie Radikale, erzeugt, die Zellmembranen attackieren und diese von der Zelle lösen. Der Parasit stirbt ab. Vor sieben Jahren begann Lai dieses Wissen bei Krebszellen anzuwenden. Da Krebszellen zur Replikation ihrer DNA eine große Menge an Eisen benötigen, galt dies als Ansatzpunkt. Im Versuch pumpte Lai die Krebszellen mit einer maximalen Konzentration an Eisen voll und injizierte Artemisinin in die Zellen. Im Fall der Brustkrebszellen verabreichte er Dihydroartemisinin, da es wasserlöslicher ist, sowie Transferrin-Rezeptoren, die das Eisen in die Zellen schleusen.

Nach rund acht Stunden waren noch 25 Prozent der Krebszellen vorhanden. Bereits frühere Studien mit Leukämie-Zellen haben laut Forschern beeindruckendeErgebnissen der Substanz geliefert. Bereits nach acht Stunden waren alle kanzerösen Zellen vernichtet. Lai führt die Wirksamkeit auf die hohe Eisenkonzentration der Zellen zurück, die die Konzentration normaler Zellen um das Tausendfache übertrifft. Bisher wurden allerdings nur wenige Versuche durchgeführt. Im Experiment mit einem an Knochenkrebs leidenden Hund erfolgte innerhalb von fünf Tagen eine Heilung. Diesen Erfolg halten jedoch selbst Forscher als noch zu wenig aussagekräftig. (pte)

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