Risiko ist Leben

28. November 2001, 08:27
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Matt rettete ÖSV-Sieg und bewies die Wachheit des Teams

Aspen - Amerika war. Die Skirennfahrer kehren dem mit wenig Schnee bedeckten Kontinent den Rücken, der ÖSV kehrt dank Mario Matts Slalomsieg von Montag mit immerhin einem Sieg nach Hause. Matt und die anderen Stangentänzer legen bis zum Nachtslalom von Madonna (10. 12.) eine längere Pause ein, wie jedes Jahr gibt auch heuer der Terminplan der FIS gewisse Rätsel auf. Die Damen werden in Kanada, natürlich in Lake Louise, zwei Abfahrten und einen Super G probieren. Sie werden die Herren (Abfahrt, RTL) in Val d'Isère wieder treffen, wo sie am 6. und 7. Dezember einen Super G und einen Riesenslalom absolvieren. Dann wird man spätestens feststellen können, ob der Eindruck der beginnenden Saison täuscht oder die Siegmaschine Hermann Maier bereits in der Bilanz fehlt?

Mario Matt hat mit seinem ersten Sieg seit dem WM-Slalom von St. Anton die (kurze, aber intensive) Durststrecke der ÖSV-Herren einmal beendet. Sonst hätte der Amerikaner Bode Miller (Startnummer 54) als erster US-Amerikaner seit 14 Jahren (1988 Felix McGrath in Aare) nicht nur das Slalom-Treppchen erklommen, er hätte glatt gewonnen. Wenn Matt und die anderen so weitermachen, reichen ihnen die Bretter bald kaum mehr bis in die Kniekehlen, in St. Anton verwendete er 1,75-m-Ski, in Aspenmaßen die Carver 1,56 m.

Der erste ÖSV-Saisonsieg war zugleich der 56. Slalom-Weltcupsieg für Österreichs Herren, die haben nun mit Italien gleichgezogen. In Abfahrt, Super G und Riesentorlauf führt das Team Austria längst die Wertung an. Die radikale Kürzung der Slalomskier kann das ÖSV-Team also kaum verschlafen haben, Matt bekam binnen kürzester Zeit die "Carvellinos" unter Kontrolle. Matt: "Mir ist es von Rennen zu Rennen besser damit gegangen. Schon am Sonntag habe ich gespürt, dass ich noch Reserven habe. Mir war aber auch klar, dass ich einfach frecher fahren muss." Am Montag wurde der erste Durchgang vom ÖSV-Trainer Rainer Gstrein ideal für die Carving-Spezialisten seiner Truppe gesteckt. ÖSV-Herren-Chef Toni Giger: "Wir hatten insgesamt einiges zu ändern, um uns auf diese Verhältnisse hier einzustellen. Es war sicher nicht nur die Skilänge alleine."

Die Damen verwendeten in Copper Mountain 1,50er-Ski, man wird sehen, ob der Old Boy Thomas Sykora (23.) die kurzen Skier packt. Jedenfalls, so Giger, gehe heute im Slalom ohne totales Risiko nichts mehr. Wie bei Rainer Schönfelder, der sich am Montag mit drittbester Laufzeit noch vom 15. auf den vierten Platz katapultierte. (APA, red)

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