Gegen den kollektiven Katzenjammer

27. November 2001, 19:58
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Designierter WU-Rektor sieht nicht schwarz

Wien - "Man soll sich an den Unis nicht zu Tode fürchten", sagt Christoph Badelt, designierter Rektor an der WU Wien. Kommenden März wird der Sozial- und Wirtschaftswissenschafter sein neues Amt antreten, womit er auch für die Umsetzung des neuen Universitätsorganisationsrechts verantwortlich zeichnet.

Zur weit verbreiteten Kritik, dass die Universitäten ja schließlich nicht wie Firmen zu führen seien, meint Badelt im STANDARD-Gespräch: "Das ist wahr und falsch zugleich. Es sollte aber nicht als Vorwand genommen werden, um sich gegen jede Neuerung zu immunisieren. Derzeit fürchtet sich jeder vor etwas anderem. Das Dagegensein eint alle. Man steigert sich da wechselseitig in etwas rein."

Letzte Woche wurde das von Badelt vorgeschlagene Vizerektoren-Team an der WU mit hoher Zustimmung gewählt. Der designierte Rektor betrachtet es als Signal für eine "moderne Organisationsführung". Unter anderem soll Horst Breitenstein, früherer Generaldirektor von IBM Österreich, als Vizerektor Managementerfahrung einbringen.

Punktuelle Kritik am Ministeriumsvorschlag zur Organisationsreform hat Badelt aber schon: etwa, dass der neue Universitätsrat - in den das Ministerium Vertreter entsenden wird - Leistungsverträge für die jeweilige Uni aushandeln soll. "Das ist mangelnde Gewaltenteilung. Das Ministerium kann ja schwer sozusagen mit sich selbst verhandeln", moniert Badelt. Details im neuen Übergangs-Dienstrecht seien ebenfalls problematisch, auch wenn die "neue Flexibilität" durch ein Punktesystem "ein Segen" sei. Gut sei auch die "prinzipielle Orientierung des Budgets an der Leistung". (mon,derstandard,print-ausgabe,28.11.2001)

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