Erster künstlicher Klon wurde 1930 erzeugt

27. November 2001, 18:30
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Wien - Die Mitteilung von US-Wissenschaftern, sie hätten weltweit erstmals einen Embryo geklont, sorgt dieser Tage international für Aufsehen und Kritik. Die Anfänge dieser Technik liegen Jahrzehnte zurück. Die katholische Nachrichtenagentur "kathpress" hat eine Chronologie der Forschungen auf diesem Gebiet zusammen gestellt.

1930: Der Wissenschafter Hans Spemann erzeugt den ersten künstlichen Klon. Er trennt mit einem Menschenhaar die Zellen eines Molch-Embryos, der sich im Achtzell-Stadium befindet.

1952: US-Forscher übertragen Kerne aus Froschembryonen in entkernte Eizellen.

1958: In Oxford entsteht ein geschlechtsreifer Frosch aus einer Eizelle, in die ein fremder Kern eingepflanzt worden war.

1981: Durch das Teilen von jungen Kälber-Embryonen entstehen in den USA genetisch identische Kälber. Damit wird zum ersten Mal ein Säugetier geklont.

1996: In Schottland gelingt die Herstellung von zwei genetisch identischen Schafen durch Embryo-Splitting.

1997: Der schottische Forscher Ian Wilmut gibt bekannt, dass er das Schaf "Dolly" durch Verschmelzung einer Eizelle mit einer ausgewachsenen Körperzelle geklont habe.

Jänner 1998: Der Europarat verabschiedet das Klonprotokoll zur Biomedizin-Konvention.

Juli 1998: Bericht der Fachzeitschrift "Nature" über erfolgreiche Versuche von Wissenschaftern, auch Mäuse aus einfachen Körperzellen zu klonen und aus den Klonen weitere Klone zu erstellen. Mäuse galten bisher als schwieriger zu klonen als Menschen.

November 1998: US-Forscher erzeugen aus Eizellen einer Kuh und der Hautzelle eines erwachsenen Menschen neue Embryozellen, um langfristig Gewebe zu züchten. Zwei andere Teams isolieren unabhängig voneinander Stammzellen aus menschlichen Embryos und Föten und halten sie vermehrungsfähig. Die Embryos waren von Paaren zur Verfügung gestellt worden.

Jänner 2000: Amerikanischen Wissenschaftern ist es nach eigenen Angaben gelungen, genetisch identische Affen zu klonen.

Dezember 2000: Das britische Unterhaus erlaubt mit großer Mehrheit das sogenannte "therapeutische" Klonen menschlicher Embryonen. Am 23. Jänner 2001 stimmt auch das Oberhaus dieser weltweit einmaligen Regelung zu.

März 2001: Wissenschaftergruppen in den USA und Italien kündigen an, noch im kommenden Jahr einen Menschen klonen zu wollen.

Juni 2001: Deutschland und Frankreich kündigen eine UNO-Initiative gegen reproduktives Klonen an.

August 2001: Das US-Repräsentantenhaus stimmt für ein vollständiges Verbot menschlichen Klonens.

Oktober 2001: Die Niederlande beschließen ein Gesetz, das die Forschung an "überzähligen" Embryonen erlaubt und für das sogenannte "therapeutische" Klonen ein Moratorium von drei Jahren vorsieht. (APA)

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