Del Ponte beschuldigt Belgrad Mladic zu schützen

28. November 2001, 14:01
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UNO- Chefanklägerin fordert Sicherheitsrat auf, auf Verhaftung zu bestehen

New York - Die Chefanklägerin des UNO-Kriegsverbrechertribunals, Carla del Ponte, hat am Dienstag die Belgrader Regierung beschuldigt, den unter Anklage stehenden bosnisch-serbischen Kommandanten Ratko Mladic zu schützen. Sie forderte den Weltsicherheitsrat auf, auf die Verhaftung sowohl von Mladic als auch des flüchtigen bosnischen Serbenführers Radovan Karadzic zu bestehen. Blieben diese weiterhin auf freiem Fuß, würde die Autorität des Rates untergraben.

Mladic und Karadzic waren vom Kriegsverbrechertribunal bereits vor sechs Jahren wegen des 1995 verübten Massakers von Srebrenica unter Anklage gestellt worden. Diesem Massaker waren bis zu 8000 männliche Moslems zum Opfer gefallen.

Lange Liste gesuchter Personen

Del Ponte erklärte vor dem Weltsicherheitsrat, die Liste gesuchter Personen, denen das frühere jugoslawische Regime Unterschlupf gewährt habe, sei im Laufe der Jahre eher länger als kürzer geworden. Dies trotz der Bemühungen des Tribunals, seiner Aufgabe gerecht zu werden, alle für serbische Gräueltaten im Bosnien-Krieg 1992-95 Verantwortlichen vor Gericht zu bringen. Den jugoslawischen Bundesbehörden warf Del Ponte vor, selbst die mindeste Zusammenarbeit seitens der serbischen Behörden zu sabotieren.

Mladic lebt nach den Worten Del Pontes in Ex-Jugoslawiens unter dem offiziellen Schutz der jugoslawischen Armee. Als Offizier der Armee genieße Mladic angeblich militärische Immunität, auf diese Weise werde er gegen die nationale und internationale Justiz abgeschirmt. (APA/Reuters)

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