Wehrmachts- Ausstellung stößt auf großes Besucherinteresse bei Eröffnung

29. November 2001, 11:09
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CDU-Abgeordnete: Reemtsma will Profite seiner Familie "reinwaschen"

Berlin - Die neue Wehrmachtsausstellung stößt einen Tag nach der Eröffnung auf großes Besucherinteresse und zieht gleichzeitig wieder scharfe Angriffe aus dem rechten Lager auf sich. Bis zum frühen Mittwochnachmittag hatten schon rund 600 Interessierte die Schau in Berlin besucht, wie eine Sprecherin des Ausstellungshauses Kunst-Werke am Mittwoch mitteilte. Es gebe einen stetigen Strom von Besuchern.

Unterdessen griff der Fuldaer CDU-Abgeordnete Martin Hohmann die Ausstellung und deren Gründer Jan Philipp Reemtsma an: "Reemtsma versucht mit der Ausstellung die Reinwaschung seiner Familie. Sie hat mit Systemnähe in der NS-Zeit Riesenprofite gescheffelt. Zweifache Opfer sind die Wehrmachtssoldaten: Damals, im Zweiten Weltkrieg, zerstörten sie mit Nikotin und Teer aus Reemtsma-Zigaretten ihre Lungen und betäubten ihr Hungergefühl. Heute sind sie als alte Männer der wissenschaftlich daherkommenden verallgemeinernden Schmähkritik der Reemtsma-Ausstellung ausgesetzt."

Ausstellung doppelt so groß

Die Ausstellung war am Dienstagabend eröffnet worden. Sie ist doppelt so groß wie die umstrittene alte Wehrmachtsausstellung, die 1999 wegen Fehler bei den gezeigten Fotos geschlossen worden war.

Die neue Präsentation legt viel mehr Beweise für die Beteiligung deutscher Soldaten an Kriegsverbrechen in der NS-Zeit vor. "Hier kann man sich umfassender zu diesem Thema informieren als irgendwo sonst", sagte Reemtsma, dessen Hamburger Institut für Sozialforschung die alte und die neue Ausstellung erarbeitet hatte. (APA/AP)

Die Wehrmachtsausstellung des Hamburger Instituts für Sozialforschung sorgte im deutschen Sprachraum für Kontroversen. Jetzt ist in den Berliner KunstWerken eine revidierte Version zu begutachten: Sie setzt weniger auf Bilder als auf genaue Lektüre.

Dauer der Ausstellung: bis 13. Jänner 2002 in Berlin

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