OECD erwartet 2002 für USA 0,75 Prozent Wachstum

27. November 2001, 17:58
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Erholung am Arbeitsmarkt deutlich später

Paris - Unter der Voraussetzung keiner weiteren negativen Einflüsse aus den aktuellen militärischen und politischen Entwicklungen prognostiziert die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) den USA im kommenden Jahr ein reales BIP-Wachstum von von etwa 0,75 Prozent. Das Plus werde im Laufe des Jahres bis auf 2,75 Prozent annualisiert steigen. Eine weitere Beschleunigung des Wachstums der Wirtschaftsleistung wird für 2003 erwartet. Dann soll das US-BIP laut dem am Mittwoch in Paris veröffentlichten "Länderbericht USA" um zwischen 3,50 und 4,00 Prozent zulegen können.

Erholung am Arbeitsmarkt deutlich lässt auf sich warten

Deutlich später wird dagegen eine Erholung am US-Arbeitsmarkt erwartet. Bevor hier mit einer Entspannung zu rechnen sei, werde die Arbeitslosenquote im Durchschnitt des kommenden Jahres auf 6,4 Prozent steigen. Wenig Gefahr für ihr Erholungsszenario sieht die OECD dabei von der Inflationsseite. Bestehende Überkapazitäten sowie niedrigere Energiepreise sollten hier mindestens bis Ende 2002 zu leichten Rückgängen der Teuerung führen. Ähnlichen begründet wird auch eine Verbesserung der US-Leistungsbilanz, deren Defizit sich nach Einschätzung der OECD bei vier Prozent des BIP stabilisieren wird.

Erhöhte Verschuldung im privaten Sektor droht

Wenngleich niedrige Leitzinsen bis Ende kommenden Jahres zur Stabilisierung der US-Konjunktur notwendig sein werden, besteht nach Einschätzung der OECD die Gefahr, dass die Fortsetzung der expansiven Geldpolitik zu einer erhöhten Verschuldung im privaten Sektor führt. Darüber hinaus könnten die niedrigen Zinsen über den Umweg einer Dollarschwäche zu einem erhöhten Inflationsdruck führen.

Zinssenkungen nur bei weiterem Abschwung nötig

Nach Einschätzung der OECD hat die US-Notenbank die nach den Anschlägen eingenommene geldpolitische Haltung mittlerweile zwar noch nicht revidiert, doch sind nach Ansicht der Organisation weitere Zinssenkungen nur noch dann erforderlich, wenn die US-Konjunktur ihr Abwärtsmomentum behalten wird. Allerdings geht die Organisation davon aus, dass der private Konsum und die wirtschaftliche Aktivität insgesamt Mitte kommenden Jahres wieder an Fahrt gewinnen werden. Erste Impulse für eine konjunkturelle Erholung erwartet die OECD bereits Anfang 2002 durch verringerte Lagerbestände. (APA)

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