Stahlproduzent Danieli hat VAI im Visier

27. November 2001, 17:07
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Italiener sehen sich als "logischer Partner" für VA Tech-Tochter

Rom - Der italienische Stahlkonzern Danieli hat Interesse für den Erwerb der Voest Alpine Industrieanlagenbau (VAI), einer 100-Prozent-Tochter der börsenotierten VA Technologie AG (VA Tech), bekundet. Danieli wäre der logischste Partner für Voest Alpine, zitiert die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Dienstag den Geschäftsführer der friaulischen Danieli-Gruppe mit Sitz in Buttrio bei Udine, Gianpietro Benedetti. Der Linzer VA Tech-Konzern hat unterdessen in einer Aussendung betont, "dass es keinerlei Kontakte zu diesem Thema gegeben hat oder gibt und diese Meldung daher jeder Grundlage entbehrt".

Theoretisch sieht sich Danieli für eine Übernahme der Österreicher in der Lage. Die aktuelle Entwicklung am Metallmarkt sowie die internationale und italienische Wirtschaftslage würden einen solchen Schritt derzeit aber nicht nahe legen, sagte Benedetti. Danieli schätzt die Wahrscheinlichkeit einer Übernahme der VAI nur mit 15 bis 20 Prozent ein. Angesichts der schwierigen Situation müsse man aber erst das Frühjahr abwarten, um ein klareres Bild zu haben. Prognosen für die Wirtschaftsentwicklung der nächsten 12 oder 18 Monate seien derzeit sehr schwierig, so Benedetti.

Voest Nummer drei

Der weltweite Stahlmarkt wird derzeit dominiert von der deutschen Demag (22 Prozent Marktanteil), Danieli (14 Prozent) und Voest Alpine (16 Prozent). "Demag hat vor einigen Jahren die deutsche SMS-Gruppe erworben und ist daher zu weiteren Akquisitionen nicht in der Lage", meint Benedetti. Die Voest Alpine habe sich seiner Ansicht nach immer noch nicht aus einer Situation finanzieller Spannungen erholt, die sie zu Personalkürzungen gezwungen habe.

Danieli erzielt mit 3.026 Personen einen Umsatz in Höhe von 900 Mill. Euro (12,4 Mrd. S) und exportiert 98 Prozent seiner Produktion. Der Stahlmarkt werde immer enger, daher sei es für die drei größten Gesellschaften gut, die Produktionsvolumen zu reduzieren, so Benedetti. Der Markt sei in den letzten fünf Jahren um 45 Prozent gesunken. Er ist überzeugt, dass letztlich nur zwei Gruppen übrig bleiben werden. Eine davon werde seine eigene sein, ist der Danieli-Geschäftsführer überzeugt. (APA)

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