US-Bodentruppen bei Kandahar in Kämpfe verwickelt

27. November 2001, 18:57
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Vermutlicher Aufenthaltsort Osama bin Ladens

Kandahar - Die USA haben am Dienstag ihre Truppen nahe der letzten Taliban-Hochburg Kandahar in Südafghanistan verstärkt. Nach Angaben der US-Armee wurden seit Montag bisher rund 500 Marine-Infanteristen auf einen Flugplatz bei Kandahar verlegt. Dabei kam es zu ersten Kämpfen. Von dem Flugplatz wollen die USA den mutmaßlichen Terrordrahtzieher Osama bin Laden jagen.

US-Marines griffen Montag Abend mit Hilfe von Kampfhubschraubern des Typs "Cobra" einen Konvoi der Taliban mit rund 15 Fahrzeugen an, der sich dem Flugplatz näherte. Mehrere Fahrzeuge wurden zerstört. Bewohner der Region sagten, bei dem von den US-Soldaten eingenommenen Flugfeld handle es sich um den Flugplatz Dolangi, den Bin Laden gebaut und benutzt habe. Kampfhubschrauber griffen nach Augenzeugenberichten auch Kandahar an.

Zwei Tage nach Beginn des Aufstands in einem Gefängnis bei Mazar-i-Sharif hat die Nordallianz nach eigenen Angaben die Lage wieder völlig unter Kontrolle. Der Kommandant Ustad Attah sagte, alle aufständischen Taliban-Kämpfer seien entwaffnet worden. Bei den Gefechten in der Festung wurden vermutlich Hunderte Menschen getötet. Die USA setzten massive Luftschläge zur Niederschlagung des Aufstands ein.

Erneut kam ein Journalist bei seiner Arbeit in Afghanistan ums Leben. Der 42-jährige schwedischer Kameramann Ulf Strömberg vom schwedischen Fernsehsender TV4 wurde bei Kunduz von Unbekannten getötet. Ersten Berichten zufolge war es ein Raubüberfall. Bewaffnete Männer drangen nachts in das Haus ein, in dem Strömberg mit Kollegen übernachtet hatte. Sie töteten ihn mit einem Schuss in die Brust. Damit starben in dem Krieg bisher acht westliche Journalisten. (APA)

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