Nepal: Armee tötet mindestens 65 maoistische Rebellen

28. November 2001, 15:08
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Innenminister bittet Ausland um Hilfe

Kathmandu - Bei Kämpfen mit der Armee sind in Nepal in den vergangenen 24 Stunden mindestens 65 maoistische Rebellen getötet worden. Das teilte Innenminister Khum Bahadur Khada am Mittwoch in Kathmandu mit. Bereits in den vergangenen Tagen waren rund 260 Menschen bei Zusammenstößen zwischen Regierungstruppen und Rebellen ums Leben gekommen. Am Montag hatte König Gyanendra auf Empfehlung der Regierung den Ausnahmezustand ausgerufen.

Die Regierung Nepals hat das Ausland um Militärhilfe bei der Bekämpfung maoistischer Rebellen gebeten. Innenminister Khum Bahadur Khadka sagte, "wir wollen Unterstützung von wem auch immer, Indien und Amerika eingeschlossen." Konkret habe die Regierung das Nachbarland Indien um Hubschrauber und Nachtsichtgeräte gebeten.

Indien sichert Unterstützung zu

Indiens Ministerpräsident Atal Behari Vajpayee sicherte nach Angaben seines Außenministeriums Nepals König Gyanendra telefonisch zu, dem Nachbarn im Himalaya zu helfen. Am Montag hatte Nepal den Notstand ausgerufen und eine Offensive gegen die Rebellen der Kommunistischen Partei Nepals/Maoisten gestartet.

Kampf gegen feudale Strukturen

Begünstigt wird der Kampf der Rebellen durch die große Armut im Land. Mehr als die Hälfte der rund 23 Millionen Einwohner muss mit umgerechnet einem Dollar pro Tag auskommen. Die maoistischen Rebellen führen seit 1996 einen "Volkskrieg" für die Abschaffung der Monarchie und eine Landreform zu Gunsten der landlosen Bauern. Sie kontrollieren weite Teile im Westen des Himalaja-Staates. In dem Konflikt wurden amtlichen Angaben zufolge bisher mehr als 2000 Menschen getötet. (APA)

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