Riga: Mahnmal für NS-Opfer eingeweiht

27. November 2001, 14:08
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Auch 4.000 Juden aus Österreich wurden nach Lettland deportiert

Riga/Wien - In der lettischen Hauptstadt Riga wird am kommenden Freitag ein Mahnmal eingeweiht, das den Opfern des nationalsozialistischen Massenmordes im Zweiten Weltkrieg gewidmet ist. Es erinnert an die Zehntausenden Juden aus Österreich, Deutschland und der ehemaligen Tschechoslowakei, sowie Zehntausende sowjetische Kriegsgefangene, Antifaschisten und Euthanasieopfer, die auf dem Gelände von Bikernieki in Lettland begraben sind.

Mahnmal am ehemaligen Hinrichtungsplatz

Auf Wunsch vieler Hinterbliebenen und auf eine besondere Initiative des Österreichers Erich Herzl wurde nach Angaben des "Baltic News Service" (BNS) 1993 der Verein "Initiative Riga" gegründet, um in Lettland die Möglichkeiten für die Errichtung eines Mahnmals für die damaligen Opfer zu erkunden. Das Projekt konnte mit der organisatorischen Hilfe des österreichischen "Schwarzen Kreuzes" in Angriff genommen werden. Schließlich schlossen sich laut BNS auch der "Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge", 23 deutsche Städte sowie die Stadt Wien dieser Initiative an.

In den Jahren 1941 und 1942 wurden rund 4.000 österreichische Juden nach Riga deportiert. Von den insgesamt 20.000 aus Gebieten des damaligen "Deutschen Reiches" deportierten Juden überlebten nur 800, unter ihnen circa einhundert Österreicher.

Die Initiative zur Errichtung eines Friedhofs mit 56 Massengräbern wurde vom lettischen Architekten Sergej Rysh umgesetzt. Das Mahnmal in Riga steht an einem ehemaligen Hinrichtungsplatz. Dicht nebeneinander stehende Steine symbolisieren die tausenden Ermordeten. An der Einweihung des Mahnmals am kommenden Donnerstag werden Vertreter Österreichs, Deutschlands und Lettlands teilnehmen. Im Misrachi-Haus am Wiener Judenplatz wird eine Dokumentation des lettischen Gedenkprojekts gezeigt. (APA)

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