Virtueller Abgastest für Dieselmotoren entwickelt

27. November 2001, 13:25
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Simulationsprogramm der Montanuni Leoben testet Filter- und Katalysatorwirkung

Leoben - Das Christian-Doppler-Labor für Rechnergestützte Angewandte Thermofluiddynamik an der Montanuni Leoben hat ein Simulationsprogramm entwickelt, mit dem die Wirkung von Filtern und Katalysatoren bei Dieselmotoren virtuell getestet werden kann. Ziel der Arbeitsgruppe um Wilhelm Brandstätter, Leiter des Leobener CD-Labors für Thermofluiddynamik, ist es, die durch Dieselmotoren verursachten Schadstoffe zu vermindern. Ab dem Jahr 2005 gelten EU-weit strengere Abgas-Vorschriften für PKW-Dieselfahrzeuge. Der derzeit erlaubte Partikelausstoß soll ab 2005 halbiert werden.

Die Forschung, die zum Simulationsprogramm führte, erfolgt im Rahmen des EU-Clusters "DEXA" (Diesel Exhaust Aftertreatment). Die Projekte im Rahmen des Clusters haben sich zum Ziel gesetzt, Dieselmotoren und ihre Abgassysteme so weiter zu entwickeln, dass sie den neuen strengen EU-Richtlinien "Euro IV" entsprechen. "Wie bei derartigen EU-Projekten üblich, arbeiten Forschungseinrichtungen mit Technologie-Providern und Anwendern aus der Industrie zusammen" sagte Brandstätter. Acht industrielle Partner, vier Forschungseinrichtungen sowie drei Universitäten (neben der Montanuni die Technische Uni Turin und die Uni Napoli) aus sieben europäischen Ländern sind im "DEXA-Cluster" vereint. In das Teilprojekt ""SYLOC-DEXA", das sich mit Simulationen beschäftigt, werden insgesamt 2,68 Mio. Euro - davon 1,62 Mio. Euro durch die EU - investiert.

Das CD-Labor für Thermofluiddynamik beteiligt sich auch an dem EU-Projekt "Virtual Fires", das einen Simulator für Feuerwehrleute entwickelt. Der Simulator dient zur Übung des Verhaltens in Extremsituationen, vor allem bei Tunnelbränden. Darüber hinaus wird die fertige Software die Überprüfung der Brandsicherheit von bestehenden und geplanten Tunnels ermöglichen. (pte)

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