US-Vermittlungskomission von Anschlägen überschattet

27. November 2001, 14:32
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Auch Treffen mit Peres und Ben Eliezer geplant

Jerusalem/Afula - Unmittelbar nach dem Beginn der Vermittlungsbemühungen von US-Gesandten im Nahen Osten haben Palästinenser am Dienstag einen Anschlag auf einen Busbahnhof in Nordisrael verübt. Die Attentäter erschossen nach Polizeiangaben in der Stadt Afula zwei Israelis und verletzten 36 weitere. Polizisten töteten die beiden Attentäter. Am Morgen war Ministerpräsident Ariel Sharon mit den US-Vermittlern Anthony Zinni und William Burns in Jerusalem zusammengekommen. In der Nacht hatte die Armee nach eigenen Angaben ihre Truppen aus der Umgebung der Palästinenser-Stadt Jenin abgezogen, wie es die USA gefordert hatten.

Palästinenser fordern Umsetzung des Mitchell-Plans

Die Palästinenser fordern eine sofortige Umsetzung des Plans, den eine Kommission unter der Leitung des ehemaligen US-Senators George Mitchell vorgelegt hatte. Dieser sieht eine Waffenruhe, vertrauensbildende Maßnahmen und später eine Rückkehr zu den im vergangenen Jahr gescheiterten Friedensverhandlungen vor. Israel und die Palästinenser hatten im Juni unter Vermittlung der USA eine Waffenruhe vereinbart, die von beiden Seiten jedoch nicht eingehalten wurde. Allein seit dem Abkommen vor fünf Monaten sind mehr als 320 Menschen getötet worden, seit Beginn der Palästinenserunruhen im September 2000 kamen rund 900 Menschen ums Leben.

Zinni, ein ehemaliger Marinegeneral, soll US-Angaben zufolge länger als der Diplomat Burns in der Region bleiben, um mit den palästinensischen und israelischen Delegationen die Einzelheiten einer Waffenruhe auszuhandeln. Er werde so lange bleiben, bis die Waffenruhe gefestigt und ein von den USA unterstützter Plan für Friedensverhandlungen in Gang gekommen sei, hieß es. Für Mittwoch ist ein Treffen mit Palästinenser-Präsident Yassir Arafat geplant.

Die israelische Armee teilte am Dienstag mit, sie sei in der Nacht aus der A-Zone bei Jenin abgezogen. Die A-Zone wird gemäß eines Zwischenabkommens vollständig von der palästinensischen Autonomiebehörde kontrolliert. Im Oktober hatten israelische Truppen als Reaktion auf den Mordanschlag auf Tourismusminister Rehawam Zeewi sechs Städte im palästinensischen Westjordanland besetzt. Aus fünf Städten waren sie bereits zuvor wieder abgezogen. Ein palästinensischer Sicherheitsvertreter warf der Armee vor, in der Region um Jenin weiter Truppen konzentriert zu haben und die Stadt zu blockieren. Auch innerhalb der in der Nähe gelegenen Stadt Tulkarem habe die Armee weiter eine Blockade errichtet. Die Armee wies das zurück. (APA/Reuters)

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