HVB rechnet mit weiterer Bankenkonzentration in Deutschland

27. November 2001, 10:26
posten

Schmidt: Kreditinstitute haben jahrelang Strukturanpassungen versäumt

Hamburg - Eine weitere Konzentration im deutschen Bankgewerbe ist nach Ansicht der HypoVereinsbank, Mutter der Bank Austria, nicht zu vermeiden. Bei den Landesbanken und Sparkassen zeichne sich ein solcher Prozess bereits ab, aber auch bei den privaten Banken seien durch das dichte Filialnetz die Kosten zu hoch und die Produktivität zu gering, sagte Albrecht Schmidt, Vorstandssprecher der HypoVereinsbank AG (HVB), am Montagabend bei einer Veranstaltung des "Clubs Hamburger Wirtschaftsjournalisten".

"In fast allen Ländern Europas hat sich die Zahl der Banken bereits verringert und der Konzentrationsprozess ist schon fast an sein Ende gelangt", erklärte Schmidt. "In Deutschland hat dieser Prozess noch nicht einmal richtig begonnen."

Schlechte Konjunkturlage und die damit steigende Risikovorsorge

Die gegenwärtige schlechte Konjunkturlage und die damit steigende Risikovorsorge habe zu den sinkenden Erträgen der Banken beigetragen. "Aber auch die Banken selbst tragen dafür Verantwortung", erklärte der HVB-Chef. Den Kreditinstituten sei es jahrelang so gut gegangen, dass sie notwendige Anpassungen ihrer Strukturen versäumt hätten. Auch die HVB Group sei ihren Weg erst zum Teil gegangen. Das Institut will weltweit mehr als 9.000 von rund 73.000 Stellen abbauen.

Die HypoVereinsbank als zweitgrößte deutsche Bank sieht Schmidt mit ihrem Konzept als "Bank der Regionen" gut positioniert. "Für uns ist die Nähe zum Kunden entscheidend", sagte der Bankchef. Der Abstimmungsbedarf zwischen den regionalen Einheiten und der Zentrale müsse verringert werden, indem die Entscheidungskompetenz vor Ort gebündelt werde. In diesem Zusammenhang wies Albrecht Mediengerüchte zurück, nach denen die Vereins- und Westbank in Hamburg mittelfristig im HVB-Konzern aufgehen könnte. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.