Reproduktion von Ölgemälden durch "manudigitales" Verfahren

26. November 2001, 20:04
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Digitalisierung der Bildbestände des Wiener Historischen Museums schreitet voran

Wien - Im Zuge der Digitalisierung der Bildbestände des Wiener Historischen Museums hat die Selenographische Gesellschaft, ein Wiener Privatunternehmen, ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Reproduktionen von Ölgemälden in sehr guter Qualität und in Originalgröße herstellen lassen. Das Historische Museum wird zukünftig ausgewählte Werke vervielfältigen lassen und zum Preis von 267 bis 1170 Euro verkaufen. Günter Düriegl, Direktor des Museums: "Wir erschließen eine neue Einnahmequelle."

Bei dem Verfahren wird das Bild mit einer Kodak-Kamera namens Better Light mit der derzeit höchsten Auflösung (Kostenpunkt 400.000 Schilling ohne MWSt) fotografiert. Die dabei entstehende Datenmenge von 500 Megabyte - entspricht einem 17.500 Seiten starken Buch - wird abgespeichert, digital bearbeitet und mit dem Original verglichen und korrigiert. "Jede feinste Changierung, jeder Tonwertunterschied wird festgehalten und reproduktionsfähig gemacht", sagt Manfred Thumberger von der Selenographischen Gesellschaft. Mit einem Tintenstrahldru- cker wird das Werk dann mit farb- und lichtechten Farben auf Leinwand gedruckt und anschließend gefirnist. Als Ergebnis ent- steht eine Kopie, bei der kein Druckraster zu sehen ist.

Die "Selenographen" (das Wort steht für meisterliche Reproduktion und ist eine Wortschöpfung aus Fotografie und Selen, der griechischen Göttin des Mondes) sind bereits mit weiteren Museen im Gespräch. (ruz, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27. 11. 2001)

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