WHO: Lage des Gesundheitswesens in Afghanistan verheerend

26. November 2001, 18:22
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Alle 30 Minuten stirbt eine Frau an Komplikationen rund um Schwangerschaft und Geburt

Genf - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ein verheerendes Bild von der Lage des Gesundheitswesens in Afghanistan gezeichnet. WHO-Generaldirektorin Gro Harlem Brundtland rief am Montag in Genf zu großzügigen Investitionen in das afghanische Gesundheitssystem auf.

Nach Angaben der WHO stirbt alle 30 Minuten eine Frau an Komplikationen rund um Schwangerschaft und Geburt. Die Hälfte aller Kinder sei chronisch unterernährt. Jedes vierte Kind sterbe noch vor dem fünften Geburtstag. Nach Schätzungen gibt es jedes Jahr 72.000 neue Fälle von Tuberkulose. Wie die WHO weiter schreibt, leiden nach 22 Jahren Bürgerkrieg rund zwei Millionen AfghanInnen an psychischen Störungen. Hinzu kämen zahlreiche Kriegsverletzungen.

Als Konsequenz aus der Misere müssen aus Sicht der WHO Gesundheitszentren komplett neu aufgebaut werden. Notwendig seien weiterhin Medikamente, Impfstoffe und medizinische Geräte. Dazu müssten ÄrztInnen, Krankenschwestern, Hebammen, PhysiotherapeutInnen und medizinisch-technisches Personal ausgebildet werden. (APA/dpa)

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