Ehemaliger UCK-Führer im Kosovo in Untersuchungshaft

26. November 2001, 21:50
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Gani Imeri soll fünf Serben ermordet und eine Kirche angezündet haben

Pristina - Ein internationaler Richter im Kosovo hat einen Monat Untersuchungshaft für einen kosovo-albanischen Milizenführer angeordnet, dem Geiselnahme und versuchter Mord im Kosovo-Krieg vorgeworfen werden. Richter Leonard Assira wolle weitere Ermittlungen gegen den festgenommenen Gani Imeri führen, sagte UNO-Sprecher Gyrgy Kakuk am Montagabend in Kosovska Mitrovica. Der Albaner war mehr als vier Stunden von dem Richter vernommen worden.

Mit Imeri muss sich erstmals ein früherer Führer der UCK-Miliz vor der internationalen Justiz im Kosovo wegen Verbrechen an Serben verantworten. "Hier geht es noch nicht um Kriegsverbrechen, jedenfalls bisher noch nicht", hatte Staatsanwalt Matti Hynynen zuvor erklärt. Während der weiteren Ermittlungen könne es aber zu diesem Vorwurf kommen. Die Taten während des Kosovo-Krieges seien vor dem Einmarsch der Friedenstruppe KFOR verübt worden, bestätigte er.

Ein Kriegsverbrecherverfahren wäre der erste Fall dieser Art gegen einen früheren Anführer der inzwischen aufgelösten UCK-Miliz. Die UNO-Polizei hatte gegen Imeri wegen Verbrechen gegen fünf Serben ermittelt, die entführt und getötet wurden. Polizisten hatten hat den früheren Rebellenführer am Samstag in Vucitrn festgenommen. Imeri ist derzeit ein Kommandant der "Zivilschutzorganisation" Kosovo-Schutzkorps TMK, die als zivile Nachfolgeorganisation der UCK gegründet wurde.(APA/dpa)

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