Investor Relations: Heimische Firmen haben Nachholbedarf bei Internetangebot

26. November 2001, 15:42
posten

Bei Ranking OMV Nummer Eins

Wien - Die börsennotierten österreichischen Unternehmen haben die Bedeutung des Internetauftritts für Investor Relations (IR) erkannt, hinken aber bei Informationstiefe und interaktivem Service weiter hinter internationalen Standards nach. Vor allem Informationen zum aktuellen Aktienkurs würden häufig fehlen. Dies ergab eine Studie der Pixelpark Austria GmbH über das Online-IR-Angebot der im Aktienindex ATX-50 gelisteten heimischen Unternehmen.

Pixelpark Austria hat die Investor Relations-Bereiche auf den Unternehmens-Websites der im ATX 50 gelisteten Unternehmen untersucht und stellte sie einem auf internationalen Standards beruhenden "Best Practice" gegenüber. Quer durch alle Branchen habe sich dabei gezeigt, dass die untersuchten Unternehmen die zentrale Funktion des Internet als Informationsplattform für Aktionäre und Analysten erkannt haben. Fast alle Unternehmen haben einen eigenen Bereich für Investor Relations in ihrem Webauftritt eingerichtet. Nur bei der Informationstiefe und den interaktiven Services werden viele Wünsche der Financial Community noch nicht ausreichend berücksichtigt, so das Ergebnis der Pixelpark-Studie.

Nur 51 Prozent des möglichen Potenzials ausgeschöpft

Das Potenzial bei Digital Investor Relations sei von den untersuchten Unternehmen nur zu 26 Prozent im Vergleich zur Benchmark genutzt worden. Erst maximal 51 Prozent des möglichen Potenzials werden ausgeschöpft. Die Studie zeichnet ein insgesamt sehr homogenes Bild des Online-Investor Relations-Angebots österreichischer Unternehmen. Kein einziges der untersuchten Unternehmen konnte jedoch im Bezug auf die Benchmark besonders überzeugen.

Die OMV konnte mit 51 Prozent mit Abstand das beste Ergebnis der Pixelpark-Studie erzielen. Zu den weiteren Top-Anbietern von Investor Relations-Seiten gehören Telekom Austria (41 Prozent), gefolgt von VA Tech (40,5 Prozent). Danach wird der Abstand zur Spitze größer. Die Top Ten im Bereich Digital Investor Relations in Österreich erreichten zwischen maximal 51 und 31 Prozent.

Wesentliche Informationen schwer zu finden

Informationen rund um den aktuellen Aktienkurs und historische Kursverläufe sind auf den untersuchten Sites kaum zu finden, kritisiert Pixelpark. Nur 22 Prozent des möglichen Informationspotenzials werde hier derzeit genutzt. Was das Angebot rund um die Jahres- und Zwischenberichte, Analysten-Reports und Aktionärsbriefe betrifft, nutzen die untersuchten Unternehmen hier durchschnittlich 27 Prozent des Potenzials.

Self-Service-Angebote wie Präsentationen, Audio-Files zu Reden und Video-Streams von der letzten Hauptversammlung seien insgesamt sehr rar gesät. Nur acht Unternehmen haben ein entsprechendes Angebot zur Hauptversammlung als Audio- oder Video-File für die Anwender bereitgestellt. Die wenigsten Unternehmen haben hier bereits internationale Standards erreicht. Nur knapp sieben Prozent des Potenzials werden im Bereich "Medien & Downloads" genutzt. Bei Angeboten wie Bestell-Services, Mailinglisten oder Online-Rechnern erreichten die untersuchten Unternehmen durchschnittlich nur knapp 22 Prozent. (APA)

Share if you care.