Massud-Attentat: 14 Festnahmen in Frankreich und Belgien

26. November 2001, 17:50
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Ermittler fahnden nach Kontaktmännern der Mörder des afghanischen Oppositions- Führers

Paris - Ein Tunesier ist am Montag im Zuge der Ermittlungen um die Ermordung des führenden afghanischen Oppositionsgenerals und Taliban-Gegners Ahmed Schah Massud in Frankreich festgenommen worden. In Belgien haben Fahnder auf der Suche nach Beweismaterial zum tödlichen Attentat auf den afghanischen Mudschahedin-Führer am Montag in Brüssel, Mons und Löwen elf Wohnungen oder Gebäude durchsucht.

Insgesamt wurden in Belgien und Frankreich im Zusammenhang mit der Ermordung des afghanischen Oppositionspolitikers Ahmed Schah Massud vor elf Wochen in Belgien und Frankreich 14 Verdächtige festgenommen. Allein in Belgien wurden nach Berichten des privaten TV-Senders RTL-TVI am Montag zwölf Menschen festgenommen, die nach den Erkenntnissen der Ermittler Beziehungen zu den beiden Mördern Massuds unterhalten haben sollen.

Die beiden marokkanischen Täter waren im Besitz belgischer Pässe, als sie Massud am 9. September bei einem fingierten Fernseh-Interview umbrachten. Unter den beiden Verdächtigen, die in Frankreich festgenommen wurden, befand sich nach Justizangaben ein Tunesier. Die Zugriffe der belgischen Polizei erfolgten in Brüssel, Mons und Löwen (Louvain). In Frankreich wurden die Verdächtigen am Montag in einem nördlichen Bezirk von Paris und in einem Departement im Norden des Landes aufgespürt.

Der Führer der afghanischen Nordallianz war zwei Tage vor den Anschlägen in den USA getötet worden. Die zwei Selbstmordattentäter hatten als Journalisten getarnt Zugang zu Massud gefunden und dann einen in der Kamera versteckten Sprengsatz gezündet. Der Oppositionsführer erlag später seinen Verletzungen. Die Pässe der Attentäter waren in belgischen Konsulaten in Straßburg und Den Haag gestohlen worden. Die britische Justiz hatte bereits vor vier Wochen Anklage gegen einen in London ansässigen moslemischen Fundamentalisten aus Ägypten erhoben. Er soll den Attentätern nach Presseberichten Empfehlungsschreiben ausgehändigt haben, um ihnen den Zugang zu Massud zu erleichtern. (APA)

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