"Ich bin ein ewiger Student"

27. November 2001, 13:37
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Schauspieler Maximilian Schell wurde von der Siemens-"Academy of life" für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Er ist Schauspieler und Oscarpreisträger, Familienvater und Ehrendoktor, er spielt Klavier, Schach und Tennis, hat für Placido Domingo im "Lohengrin" Regie geführt, und für seine nächste Rolle in dem Film "Maestro" lernt er jetzt auch noch dirigieren. Nicht ohne Grund wurde Maximilian Schell deshalb kürzlich von der Siemens-"Academy of life" mit dem "Siemens Life Award" für seine außergewöhnlichen Leistungen ausgezeichnet. "Ich bin ein ewiger Student", sagt das Multitalent über sich. "Ich habe meinen Beruf noch gar nicht gefunden."

Mit dem Siemens Award werden pro Jahr vier international bekannte Persönlichkeiten geehrt, die jenseits von formalen Bildungs- und Karrierekriterien Besonderes erreicht haben. Unter den bisherigen Preisträgern waren unter anderem Schauspielerin Andrea Jonasson, der Vater der Pille, Carl Djerassi, sowie US-Trendforscher John Naisbitt.

Der 71-jährige Maximilian Schell wurde als Sohn eines Schriftstellers und einer Schauspielerin in Wien geboren. Die Familie flüchtete 1938 in die Schweiz, wo Schell bereits mit elf Jahren als Walter Tell im Zürcher Schauspielhaus auf der Bühne stand. Sein richtiges Theaterdebüt hatte er dann 1958 am Broadway, bekannt geworden ist Schell aber vor allem als Filmschauspieler. Er spielte über 100 Rollen - in Österreich machte er sich Ende der 70er-Jahre als "Jedermann" bei den Salzburger Festspielen einen Namen.

Der Schauspieler hat aber auch Misserfolge eingesteckt, was er heute durchaus positiv sieht, denn: "Je mehr Niederlagen man hat, desto mehr gibt man sich Mühe zu lernen." Und Entscheidungen habe er immer "mit dem Verstand getroffen und mit dem Bauch ausgeführt."

Erkenntnisse

In Workshops hatten die Jungmanager und -managerinnen der Academy dann nach dem offiziellen Start-Interview die Gelegenheit, dem Stargast persönlich Fragen zu stellen, das Gehörte unter verschiedenen Gesichtspunkten zu reflektieren und daraus vielleicht neue Erkenntnisse für das eigene Leben mitzunehmen. "Ich denke zwar nicht, dass man Erfolgskonzepte eins zu eins übernehmen kann", sagt Academy-Mitglied Sonja Meixner. "Aber man kann sich von überall etwas herauspicken, und es ist spannend zu sehen, wie unterschiedlich die einzelnen Persönlichkeiten auf den verschiedenen Bühnen des Lebens agieren." (DER STANDARD, Print-Ausgabe, isa)

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