Keine Einigung über Lufthansa-Sparpaket

27. November 2001, 13:41
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Betriebsbedingte Kündigungen werden geprüft

Frankfurt - Eine Woche nach der Ankündigung von Kündigungen bei der Lufthansa haben sich Vorstand und Gewerkschaften noch nicht auf ein Sparpaket zur Bewältigung der Krise geeinigt. Bisher seien noch keine Kündigungen ausgesprochen worden, sagte eine Lufthansa-Sprecherin am Dienstag in Frankfurt. Die Unternehmensfelder prüften zur Zeit, ob Probezeitkündigungen ausreichten oder auch betriebsbedingte Kündigungen notwendig seien.

Die Lufthansa hatte vor einer Woche wegen massiver Buchungsrückgänge nach den Anschlägen in den USA und der Konjunkturflaute Kündigungen angekündigt, von denen bis zu 4.000 Angestellte betroffen sein könnten.

Beratungen am Dienstag

Über neue Gesprächstermine hüllten sich die Gewerkschaft ver.di und die Lufthansa in Schweigen. Am Dienstag sollte bei ver.di intern über die Krise beraten werden. Erst danach war eine Wiederaufnahme der Gespräche geplant, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Mit der Pilotenvereinigung Cockpit hatte die Lufthansa zuletzt am Freitag verhandelt.

"Zur Zeit gibt es keinen neuen Termin", sagte Cockpit-Sprecher Georg Fongern am Dienstag. Das Angebot der Piloten stehe: "Wenn es der Firma schlecht geht, sind wir bereit, etwas zu geben." Die Erfolgsbeteiligung, die Bestandteil des Piloteneinkommens ist, fällt bei schlechter Lage des Unternehmens weg. Außerdem sei Cockpit bereit, die für 2002 vereinbarte Tariferhöhung von 2,8 Prozent um ein Jahr zu verschieben. ver.di hat bisher Einsparungen von 165 Mill. DM (84,4 Mill. Euro/1,161 Mrd. S) für 2002 angeboten.

Die Lufthansa hatte vergangene Woche angekündigt, zunächst 1.000 Beschäftigten in der sechsmonatigen Probezeit zu kündigen. Auch betriebsbedingte Kündigungen sind vorgesehen. Für das Kabinenpersonal soll Kurzarbeit beantragt werden. Der Konzern schließt für 2001 einen Verlust nicht aus. (APA/dpa)

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