Kultusgemeinde erhält 250 Millionen

26. November 2001, 20:55
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Länder einigen sich mit IKG-Präsident Muzicant - Pröll lobt "faire" Gespräche

Wien - Die Auseinandersetzung zwischen dem offiziellen Österreich und der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG) und ihrem Präsidenten Ariel Muzicant über die Entschädigungen für in der NS-Zeit erlittenes Unrecht könnten noch vor Weihnachten zu einem Abschluss kommen. Am Montag hat sich Muzicant mit Vertretern der Landeshauptleutekonferenz darauf geeinigt, dass die Länder für diese Entschädigung Mittel in der Größenordnung von 250 Millionen Schilling (18,2 Mill. Euro) zur Verfügung stellen werden, berichteten Muzicant und der niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll nach dem Gespräch. Mit dem Bund verhandelt Muzicant darüber hinaus nach eigenen Aussagen über die Finanzierung von Infrastruktur der IKG.

Forderung von 800 Millionen S

Die von ihm einmal geforderten 800 Mill. S werden damit in Summe nicht ganz erreicht werden können, räumte Muzicant ein. Sollte bis Weihnachten aber alles klappen, wie es derzeit vereinbart sei, wolle er alles dafür tun, dass eine der beiden in den USA noch anhängigen Sammelklagen zurückgezogen wird. Nach Rücknahme der Fialkoff-Klage hoffe er dann freilich auch auf einen Vier-Parteien-Konsens, die Auszahlung der im Jänner zusätzlichen Sozialleistungen vor dem Abschluss der letzten, in Kalifornien anhängigen Klage, vorzuziehen.

Pröll berichtete, die Gesprächsrunde habe "in einer äußerst korrekten, sachlichen, fairen Atmosphäre stattgefunden". Auch Muzicant sprach von einem "sehr konstruktiven und sachlichen Gespräch". Die Frage, ob er dem Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider die Hand geschüttelt habe, beantwortete er ausweichend: "Wir haben uns, wie das in einem zivilisierten Land unter zivilisierten Menschen üblich ist, begrüßt und verabschiedet." (APA)

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