T-Online forciert kostenpflichtige Inhalte

26. November 2001, 15:57
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Mit "T-Vision" soll ab Anfang 2002 der "Kostenlos-Kultur" ein Ende bereitet werden

Frankfurt/Main - Die Telekom-Tochter T-Online, die auch in Österreich tätig ist, wird ab Anfang 2002 kostenpflichtige Inhalte im Internet anbieten. Das für Marketing zuständige Vorstandsmitglied Burkhard Graßmann sagte der "Welt" (Montagausgabe), die Kunden müssten den neuen Dienst, der unter dem Arbeitstitel "T-Vision" firmiere, nicht auf Abonnementbasis in Anspruch nehmen, sondern es werde nach Einzelabruf (Pay-per-view) abgerechnet. Es werde sich um Kleinstbeträge handeln, in vielen Fällen unter einem Euro, sagte Graßmann. Genaue Beträge nannte er aber nicht.

"Kostenlos-Kultur"

T-Online-Chef Thomas Holtrop hatte im Sommer angekündigt, der "Kostenlos- Kultur" im Internet ein Ende zu bereiten und für einen Teil der Angebote künftig Gebühren zu verlangen. Holtrop will T-Online auf diese Weise wieder profitabel machen.

Bezahlen über die Telefon-Rechnung

Die neuen Bezahldienste sollen aus den Bereichen Film, Musik, Spiele, Sport und Information stammen, berichtete das Blatt. Es solle zum Beispiel Filmausschnitte von Filmen geben, die erst später ins Kino kommen (Sneak Previews), oder auch Live-Konzerte von bekannten Künstlern. Die Preise würden zwischen den verschiedenen Angeboten variieren, sagte Graßmann. Bezahlen könne der Kunde über die Telefonrechnung. Die technische Voraussetzung für den neuen Dienst ist ein superschneller DSL-Anschluss.

Zehn Millionen Kunden

T-Online hat unterdessen die Marke von zehn Millionen Kunden überschritten. Nach rasantem Kundenwachstum in den vergangenen Jahren setzt das Unternehmen nun mittlerweile verstärkt auf Umsätze aus dem Geschäft mit Inhalten. Im dritten Quartal schrieb T-Online aber weiter einen Verlust von 35 Mill. Euro (482 Mill. S). Auch für das gesamte kommende Jahr erwartet das Unternehmen rote Zahlen. Erst 2003 will die Telekom-Tochter in die Gewinnzone kommen. (APA)

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