Kinowelt droht wegen Kreditkündigung Insolvenzverfahren

26. November 2001, 10:52
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ABN Amro kündigte 100-Mill.-DM-Kredit

Die in eine schwere Krise geratene Kinowelt Medien AG muss aller Voraussicht nach Insolvenz beantragen. Grund seien von der niederländischen Großbank ABN Amro gekündigte Kredite über 100 Mill. DM (51,1 Mill. Euro/703 Mill. S), teilte das Münchener Unternehmen in einer Börsenpflichtmitteilung mit. Die Kündigung gelte ab 28. November. Aus heutiger Sicht werde Kinowelt den wegfallenden Betrag kurzfristig nicht aufbringen können. Das Unternehmen beschäftigte Ende September 797 Mitarbeiter. Die Kinowelt-Aktie stürzte am Montag am Neuen Markt ins Bodenlose.

Über Kinowelt

Kinowelt ist auf Lizenzhandel und Vertrieb von Spielfilmen spezialisiert und besitzt eines der größten deutschsprachigen Angebote. Die Aktie des am Neuen Markt notierten Unternehmens stürzte um fast 40 Prozent auf ein Tief von 0,55 Euro (7,57 S). Bis gegen 10 Uhr MEZ erholte sich der Kurs auf 0,60 Euro.

Der Schritt der ABN Amro Bank NV komme für Kinowelt "überraschend", erklärte das Unternehmen. Kinowelt sei es es in den letzten Monaten gelungen, das operative Geschäft zu straffen. "Die ABN Amro Bank NV scheint zu erwarten, dass sie in einem Insolvenzverfahren von Kinowelt eine höhere Rückführung ihrer Kredite erwarten könne", räumte die Firma ein. Das Vorgehen der Niederländer widerspreche aber "allen ökonomischen Überlegungen und gefährdet darüber hinaus viele Arbeitsplätze bei Kinowelt und ihren Zulieferern". (APA)

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