Rudolf Streicher ist neuer M1-Steuermann

26. November 2001, 19:29
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Produktion des Steyr-Dieselmotors gekauft

Wien - Rudolf Streicher hat's geschafft: Der Revitalisierung seines Lieblingsprojektes, des von der früheren Steyr-Daimler-Puch AG (SDP) entwickelten M1-Dieselmotors, steht nichts mehr im Wege. Eine Investorengruppe rund um den früheren Verkehrsminister, SDP-Generaldirektor und Ex-ÖIAG-Vorstandschef hat am Dienstag die Verträge mit Magna Steyr unterzeichnet. Der Verkaufspreis wurde nicht genannt.

Wie DER STANDARD exklusiv berichtete, will Streicher mit dem M1-Motor voll durchstarten. Wobei Experten diesem seltsamen Dauerläufer der Motorengeschichte Chancen vor allem bei Bootsmotoren sowie auf dem Baumaschinensektor einräumen. Im Pkw-Bereich hingegen sei der technologische Zug abgefahren, heißt es einhellig.

Eigenständige Gesellschaft

Übernommen wurde die Motorenproduktion der Magna-Steyr-Tochter Engineering Center Steyr GmbH (ECS) in Sankt Valentin. Unter dem Namen Steyr Motors GmbH entsteht eine eigenständige Gesellschaft, die Magna Steyr zufolge alle bisher in dieser Sparte tätigen Schlüsselmitarbeiter übernimmt. Mittelfristig soll der Personalstand auf 100 ausgebaut werden.

Käufer ist ein Konsortium aus dem bisherigen Geschäftsbereichsleiter Rudolf Mandorfer, der gemeinsam mit leitenden Mitarbeitern, Geschäftsfreunden und Vertriebspartnern 50 Prozent der Anteile erwarb, und Rudolf Streicher, der die zweiten 50 Prozent kaufte und den Aufsichtsratsvorsitz übernimmt.

Monoblock-Bauweise

Die Geschäftstätigkeit der Steyr Motors GmbH umfasst Produktion und Vertrieb des M1-Motors. Konstruktive Besonderheit dieses Dieselmotors mit Hochdruck-Direkteinspritzung ist die Monoblock-Bauweise - Zylinderblock und -kopf bilden eine Einheit. Die Palette umfasst 3-, 4-, 5- und 6-Zylinder, Leistungsspektrum: 65 bis 250 PS.

Die neue Steyr Motors GmbH wird vorerst weiter am Standort Sankt Valentin tätig sein, in absehbarer Zeit jedoch die Motorenproduktion an einen neuen Standort im Raum Steyr verlegen. Magna Steyr selbst errichtet derzeit am Standort Sankt Valentin um rund 300 Mio. S (22 Mio. EURO) neben Graz das zweite große Engineering-Kompetenzzentrum in Österreich. (APA, red, DER STANDARD, Printausgabe 27.11.2001)

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