Operation "Schnelle Freiheit": Mehr als 1.000 US-Soldaten im Einsatz

26. November 2001, 20:19
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Bush warnt Irak - Brückenkopf gebildet

Kabul/Washington/Bonn - Auf der Suche nach dem mutmaßlichen Terrordrahtzieher Osama bin Laden haben die USA mit dem Einsatz von Marineinfanteristen einen Brückenkopf im Süden Afghanistans eingerichtet. Ohne Gegenwehr übernahmen mehr als 1.000 US-Soldaten am Montag einen Flugplatz bei Kandahar, der letzten Taliban-Hochburg des Landes. Nach Einschätzung der Nordallianz sind Bin Laden und Taliban-Chef Mullah Mohammad Omar inzwischen eingeschlossen und können sich nicht mehr frei bewegen. Die Taliban erklärten aber, sie würden bis zum Tode kämpfen.

Bush warnt Irak

US-Präsident George W. Bush bestätigte den Großeinsatz der Bodentruppen und warnte die US-Bevölkerung, dass Todesopfer auf amerikanischer Seite geben werde. "Dies ist eine gefährliche Periode", sagte er. Man sei in einer Phase, "in der wir die Leute zur Strecke bringen, die für die Angriffe auf Amerika verantwortlich sind". Zugleich forderte Bush den irakischen Staatschef Saddam Hussein auf, wieder Rüstungskontrolleure in sein Land zu lassen. Auf die Frage, was im Falle einer Weigerung Saddams geschehe werde, sagte Bush: "Das wird er herausfinden."

Mit der Verlegung eines größeren Kontingents von Bodentruppen in den Süden von Afghanistan leiteten die USA eine neue Phase des Kriegs gegen die Taliban und Bin Laden ein. Zuvor hatte die US-Armee 49 Tage lang fast ausschließlich aus der Luft angegriffen. "Wir sind gelandet und halten nun ein eigenes Gebiet in Südafghanistan", teilte US-General James Mattis mit.

Suche nach Bin Laden

Unter dem Codenamen "Schneller Frieden" baue die Armee Bodentruppen auf und werde über die neue Basis im Süden Kandahars mehr Soldaten ins Land schicken, sagte Mattis. Von dem Brückenkopf können die US-Streitkräfte nunmehr die Suche nach Bin Laden am Boden verstärken und militärische Vorstöße auf die letzte Taliban-Hochburg Kandahar starten. Bereits gefallen ist nach Angaben von Gegnern der Taliban die Stadt Spin Boldak bei Kandahar.

In Washingtoner Regierungskreisen wurde betont, dass ein Eingreifen in die Kämpfe in Kandahar nicht zu den vorrangigen Aufgaben der Marines gehöre. Sie sollten vielmehr El Kaida-Mitglieder und Taliban-Führer aufspüren, ihre Fluchtwege abschneiden und Ziele für Luftangriffe markieren. Der Außenminister der Nordallianz, Abdullah Abdullah, zeigte sich überzeugt, dass Bin Laden und Omar noch in der Region um Kandahar sind. "Meine Information ist, dass die beiden zusammen sind", sagte er. Abdullah schloss aus, dass die Nordallianz in die Kämpfe eingreift. "Es gibt keine Pläne, Truppen von hier nach Kandahar zu entsenden." (APA/Reuters/dpa/sda)

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