Die Feigheit und der Mut

25. November 2001, 21:39
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Admira-Trainer Krankl zur Ungerechtigkeit beim 3:4 gegen Sturm

Südstadt - "Wir sind Tabellenletzter, der Prügelknabe. So etwas passiert immer den Kleinen", ärgerte sich Admira-Trainer Hans Krankl über den nicht gegebenen Elfmeter in der 92. Minute. "Das 3:4 tut weh, ein 4:4 wäre gerecht gewesen." So sehr tat es weh, dass er im ersten Zorn nach dem Schlusspfiff Schiedsrichter Birgmann einen feigen Hund ohne Courage hieß. Später relativierte er: "Ich bin ein emotionaler Typ. ,Hund' nehme ich zurück, weil es ist eine Beleidigung für das treue Tier. Das ,feige' nicht."

Sturms Trainer Ivica Osim zeigte sich nach vier sieglosen Partien seit dem 13. Oktober nicht unzufrieden: "Die Admira hat in der letzten Viertelstunde viel Druck gemacht. Das macht mir ein wenig Sorgen, weil da die Grenzen meiner Mannschaft aufgezeigt wurden. Eigentlich ist es ein Wunder, dass wir noch Zweiter sind." Mit Feldhofer und Bosnar fehlten zwei Abwehrspieler, die anscheinend nicht zu ersetzen sind. Osim: "Ich brauche Zeit und Ruhe, aber die gibt es im Fußball nicht." Von der Sturm-Elf, die im März gegen ManU kickte, war lediglich Günter Neukirchner am Samstag dabei.

Zukunftsdiskussion

Wie es mit Krankl und der Admira - seit zwei Wochen nur schwer zu schlagen - weitergeht, wird zwischen dem Trainer und Präsident Weiss am 2. Dezember geklärt. Weiss, dem klar ist, dass er auf seinem "Weg mit den Jungen zwei Jahre lang Watschen einfangen wird", will trotzdem ohne zweit- und drittklassige Ausländer auskommen. "Wir haben von der U-15 bis zur U-21 19 Teamspieler, aber wir kriegen sie nicht nach oben durch." Für Weiss ist das Traineramt ein Fulltime-Job. Eine Stunde vormittags und eineinhalb am Nachmittag seien zu wenig. Er brauche einen Typ, der ab acht Uhr für den Verein da sei. "Das System bestimmt den Trainer." (jaro)

(DER STANDARD, PRINTAUSGABE 26.11. 2001)
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