Die großen Bürotürme zeigen Wirkung

25. November 2001, 19:27
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Muzicant: Büroflächenangebot wird kleiner

Wien - Der Boom am Büroimmobilienmarkt in Wien lässt nach. Kamen in den Jahren 1999 bis 2001 noch insgesamt 920.000 Quadratmeter neue Büroflächen in Wien auf den Markt, werden es im nächsten Jahr nur mehr rund 200.000 Quadratmeter sein. Das sagte Ariel Muzicant, Chef des Österreich-Ablegers des Immobiliendienstleisters Colliers Columbus, bei der Präsentation des Immobilienmarktberichtes 2001.

Dieses im Vergleich zu den Vorjahren geringere Angebot führt Muzicant darauf zurück, dass heuer mehrere große Bürotürme in Wien fertig gestellt und bezogen wurden: der Twin-Tower im zwölften Bezirk, der Florido-Tower im 21. und der Ares- und IZD-Tower im 22. Bezirk. Bedingt durch die Konjunkturschwäche, den 11. September und den Flächenzuwachs in den vergangenen drei Jahren könnte sogar eine "relative Baupause" am Büromarkt eintreten.

Erst mit der Fertigstellung neuer Hochhäuser wie dem Vienna City Tower in Wien-Landstraße würden 2003 und 2004 wieder Flächen in größerem Maßstab auf den Markt kommen. Die Nachfrage werde trotz geringeren Angebots weiter hoch sein. Muzicant glaubt, dass die Mieten auf einem im europäischen Vergleich niedrigen Niveau bleiben werden. Seine Begründung: Die Restflächen würden die Preise konstanthalten.

Leerstandsquote steigt

Die Leerstandsquote werde in den kommenden beiden Jahren leicht ansteigen. Dennoch sei die aktuelle Quote von 2,6 Prozent im internationalen Vergleich sehr niedrig, sagte Muzicant. 80 Prozent dieser Leerstände würden Bürogebäude aus den 60er- und 70er Jahren betreffen, die ohne substanzielle Revitalisierung nicht mehr an das heutige technische Niveau herangeführt werden könnten.

Bei den Einzelhandelsimmobilien werde sich der Trend der vergangenen Jahre unvermindert fortsetzen, schätzt Muzicant. Die Toplagen im ersten Wiener Bezirk wie Kärntner Straße oder Graben würden noch teurer werden, die Preise der mittleren Lagen dagegen würden weiter fallen. "Die schlechten Lagen sind im Prinzip nicht mehr zu vermieten", so Muzicant. (Robert Zwickelsdorfer, DER STANDARD, Printausgabe 26.11.2001)

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