Online-Umfrage: Sozial gesinnte Liberalisierer

25. November 2001, 19:55
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Eigenverantwortung bei der Mehrheit im Mittelpunkt

"So viel Liberalisierung wie möglich, aber so viel soziale Grundsicherung wie nötig." So fasst die Meinungsforscherin Claudia Wandl vom Gallup-Institut die Gesamtergebnisse der STANDARD-Onlinebefragung "Selbstständiges Österreich" zusammen. Die Teilnehmer könne man als "liberal mit sozialem Gewissen" charakterisieren.

Die Eigenverantwortung stehe bei der Mehrheit im Mittelpunkt. So verlassen sich nur die wenigsten auf das derzeitige Pensionssystem. Drei Viertel der Befragten wünschen sich von der Politik mehr Freiräume für Gestaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten.

Zu wenig Schutz

Der Staat solle in erster Linie für jene da sein, die ihn wirklich brauchen, beispielsweise durch das Modell einer Grundsicherung. Zwei Drittel der Befragten sind außerdem der Meinung, dass die Grundrechte ebendiese schwachen Bevölkerungsgruppen derzeit zu wenig schützen.

Sorgen bereitet den Barometer-Teilnehmern der mangelnde Wettbewerb in der Wirtschaft. 70 Prozent halten das derzeitige Kartellrecht für ungenügend. Vor allem bei nicht ausreichender Meinungs- und Medienvielfalt gibt es den Wunsch nach verstärkten staatlichen Regulativen. (zwi, DER STANDARD, Printausgabe 26.11.2001)

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