Somalia wirft Äthiopien Truppeneinmarsch vor

25. November 2001, 16:54
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Internationale Gemeinschaft zum Handeln aufgefordert

Mogadischu - Die gespannten Beziehungen zwischen Äthiopien und Somalia werden durch die Krise in Puntland weiter belastet. Die somalische Regierung warf Äthiopien am Sonntag vor, mit 200 Soldaten in die abtrünnige Region einmarschiert zu sein, um dort Oberst Abdullahi Yussuf in seinem Kampf gegen die Übergangsregierung in Mogadischu zu unterstützen. Äthiopien wies den Vorwurf umgehend zurück. Das Außenministerium erklärte, kein einziger Soldat habe die Grenze nach Somalia überschritten.

Der somalische Verteidigungsminister Boqor Abdullahi sagte der Nachrichtenagentur AP: "Die internationale Gemeinschaft sollte Druck auf Äthiopien ausüben, damit es seine Truppen aus Somalia zurückzieht." Somalische Medien zitierten Augenzeugen, wonach seit Freitag mindestens zwölf Truppentransporter mit äthiopischen Soldaten in Puntland eingetroffen sind.

Oberst Yussuf hat enge Verbindungen zu Äthiopien und lehnt es ab, die Übergangsregierung von Ministerpräsident Ali Khalif Gallayr anzuerkennen. Mit der Einsetzung eines Parlamentes und der Übergangsregierung im August vergangenen Jahres verbanden in Somalia viele die Hoffnung auf ein Ende von zehn Jahren Bürgerkrieg und Anarchie. Seit dem Sturz des Machthabers Mohammed Siad Barre im Jahr 1991 hatte Somalia keine funktionierende Zentralgewalt mehr. (APA/AP)

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