Mazar-i-Sharif: Fünf US-Soldaten bei Gefangenenrevolte verletzt

26. November 2001, 17:18
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BBC: Hunderte Tote vermutet

London/Kundus - Nach der Revolte von gefangenen Taliban-Kämpfern in der nordafghanischen Stadt Mazar-i-Sharif gehen die Kämpfe in der als Gefängnis dienenden Festung weiter. Ein führender Vertreter der Nordallianz, Abdul Wahid, sagte der BBC am Montag, einige der Gefangenen leisteten immer noch Widerstand. Vertreter des Roten Kreuzes, die zur Bergung der Opfer in die Festung fahren wollten, mussten wegen Gewehrfeuers 500 Meter vorher umkehren, berichtete die BBC. Die Nordallianz habe Journalisten den Zugang zu dem Gefängnis verboten.

Hunderte tote

Am Sonntag hatte es geheißen, bei der blutig niedergeschlagenen Revolte könnten mehrere hundert Gefangene ums Leben gekommen sein. Rund 500 meist ausländische Taliban-Söldner, die sich am Samstag in der umkämpften Stadt Kundus ergeben hatten, waren in die Gefängnis-Festung außerhalb von Mazar-i-Sharif gebracht worden. Beim Ausbruchversuch hätten sie Handgranaten gezündet und etwa 100 Bewacher überwältigt.

Kämpfe gehen weiter

Laut BBC hielten im Südflügel der Festung auch am Montag noch Kämpfer aus. Der Vertreter der Nordallianz bestritt gegenüber der BBC, dass die Gefangenen "systematisch umgebracht" würden. Die Nordallianz werde sich an ihre "internationalen Verpflichtungen" halten und die Gefangenen nach ihrer Entwaffnung möglicherweise an die Vereinten Nationen übergeben, sagte Wahid.

Fünf US-Soldaten verletzt

Taliban-Söldnern in einem Gefängnis bei Mazar-i-Sharif sind am Sonntag fünf US-Soldaten durch eine amerikanische Bombe verletzt worden. Das bestätigte Pentagon-Sprecherin Victoria Clarke nach Angaben des TV-Senders CNN am Montag. Danach waren die Soldaten Angehörige eines Spezialtrupps. Die Bombe sei in zu großer Nähe zu ihrem Aufenthaltsort eingeschlagen.

Clarke zufolge ist keine der Verletzungen lebensbedrohlich. In drei Fällen seien sie aber so erheblich, dass die betroffenen Soldaten zur Behandlung nach Usbekistan ausgeflogen worden seien. Der US-Sender ABC hatte zuvor gemeldet, ein Amerikaner, Mitarbeiter des US-Geheimdienstes CIA, sei bei dem Aufstand getötet worden. Ein weiterer Amerikaner sei verletzt worden.

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