Afghanistans Ex-König hält UNO-Truppen in Kabul für notwendig

25. November 2001, 16:38
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Zahir Schah will auch Frauen an der Regierung beteiligen

Rom - UNO-Truppen sind absolut notwendig, um die Sicherheit in Kabul zu garantieren: Das betonte Afghanistans ehemaliger König, Zahir Schah, in einem Interview mit der Mailänder Tageszeitung "Il Giornale". Der ehemalige Monarch, der seit 1973 im Exil in Italien lebt, bekundete, dass eine Delegation seiner Vertrauensmänner an der Konferenz über die Zukunft Afghanistans in Bonn teilnehmen und den Einsatz internationaler Truppen fordern wird. Die Delegation des Ex-Königs besteht aus acht Personen, darunter zwei Frauen.

Laut dem Ex-König sind UNO-Truppen notwendig, um Kabul zu entmilitarisieren. Die Situation werde sich von Tag zu Tag verschlechtern, es sei denn eine Regierung werde mit Hilfe der UNO eingesetzt, sagte der Ex-König. Er drängte außerdem auf die Bildung einer "Regierung, die das ganze afghanische Volk repräsentiert".

Bonn ist ein Test"

"In Bonn werden wir Afghanen zum ersten Mal um einen Tisch sitzen. Es ist ein Test, um zu beweisen, ob wir ein Abkommen für das Wohl des Landes erreichen können", sagte der Ex-König. Er plädierte auch für effektive Hilfe seitens der internationalen Gemeinschaft. "Mit dem Druck der internationalen Gemeinschaft wird es keine Einmischungen seitens angrenzender Länder geben", sagte der Ex-Monarch.

Zahir Schah unterstrich, dass seine Aufgabe "die Bildung einer politischen Struktur ist, die das ganze Land vertritt". Dies sei der einzige Weg, um den Frieden im Land zurückzubringen. Ein weiteres Ziel sei für ihn, auch Frauen in die künftige afghanische Regierung zu bringen. (APA)

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