Arafat beschuldigt Sharon

25. November 2001, 17:14
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Klima soll vor US-Vermittlung "bewusst durch neue Gewaltakte aufgeheizt" werden

Kairo - Palästinenserpräsident Yasser Arafat hat dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon vorgeworfen, das Klima vor dem geplanten US-Vermittlungsversuch bewusst durch neue Gewaltakte aufzuheizen. Israel habe seine Militäraktionen nun sogar auf Schulkinder ausgeweitet, sagte Arafat am Sonntag nach einem Treffen mit dem ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak in Kairo. Mubarak ist danach zu einem kurzfristig anberaumten Treffen mit dem libyschen Revolutionsführer Muammar el Gaddafi nach Libyen geflogen.

Am vergangenen Mittwoch war Mubarak bereits nach Saudi-Arabien gereist. Nach Angaben aus Kairo berät Mubarak seit der Nahost-Rede von US-Außenminister Colin Powell vom vergangenen Montag mit anderen arabischen Staatschef, wie die US-Initiative am besten in konkrete Fortschritte für die Palästinenser umgemünzt werden könnte.

18 "Märtyrer gestorben

In der vergangenen Woche waren bei der Explosion einer von israelischen Kommandos gelegten Bombe fünf Kinder getötet worden. Außerdem habe die israelische Armee bei ihren jüngsten Luftangriffen in den Palästinensergebieten erneut Kampfflugzeuge vom Typ F-16 eingesetzt, erklärte Arafat. Dadurch seien innerhalb weniger Tage 18 "Märtyrer" gestorben.

Er hoffe trotz der jüngsten Eskalation der Gewalt, dass der Besuch der beiden US-Vermittler William Burns und Anthony Zinni dazu beitragen werde, dem Friedensprozess "neues Leben einzuhauchen", sagte Arafat. Auch die jüngsten Erklärungen von US-Außenminister Colin Powell und Präsident George W. Bush gäben Anlass zur Hoffnung. Zinni und Burns wollen ihre Vermittlungsmission an diesem Montag beginnen. (APA/dpa)

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