Auch ARD will Kabelnetzverkauf an Liberty verhindern

25. November 2001, 16:18
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ZDF: US-Konzern darf den Zuschauern und den Sendern kein eigenes Decoder-System vorsetzen

Die ARD will den Einstieg des US-Konzerns Liberty Media in das deutsche Kabelfernsehen verhindern. "Wir werden nächste Woche eine Stellungnahme abgeben und uns darin für eine Untersagung aussprechen", sagte der ARD-Vorsitzende Fritz Pleitgen der Süddeutschen Zeitung (Wochenendausgabe) zum betreffenden Prüfverfahren beim Bundeskartellamt. "So wie Liberty zurzeit auftritt, würden die mit ihrem Vorhaben den deutschen Fernsehmarkt sprengen", meinte Pleitgen. Auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hatte am Samstag über entsprechende Pläne der ARD berichtet.

Zustimmung benötigt

Liberty will rund 60 Prozent des Kabelnetzes der Deutschen Telekom für 5,5 Milliarden Euro (75,7 Milliarden Schilling) kaufen. Dem Geschäft müssen die Kartellbehörden noch zustimmen. Der US-Konzern will auch beim Bezahlfernsehen Premiere World der Kirch-Gruppe einsteigen. Auch diese Transaktion wurde beim Bundeskartellamt angemeldet.

Kritik an Decodern

Die ARD kritisiert unter anderem, dass Liberty beim geplanten Ausbau der Kabelnetze für das digitale Fernsehen mit mehreren hundert Programmen eigene Empfangsgeräte (Decoder) einsetzen will, die nicht dem von den deutschen Sendern festgelegten "MHP"- Standard entsprechen. "MHP" soll gewährleisten, dass jeder Zuschauer dank einer einheitlichen Technik alle Angebote empfangen und jeder Sender alle Zuschauer frei beliefern kann.

Auch ZDF protestiert

Auch das ZDF verlangt vom Bundeskartellamt, Liberty Media zum Einsatz des "MHP"-Standards zu verpflichten. Der US-Konzern dürfe den Zuschauern und den Sendern kein Decoder-System vorsetzen, "das uns vorschreibt, welches Programm wie genutzt werden kann", sagte ZDF- Intendant Dieter Stolte der "Süddeutschen Zeitung". (APA)

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