40.000 deutsche Frauen suchen jährlich Schutz in Frauenhäusern

26. November 2001, 23:36
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Auch der Frauenhandel boomt

Berlin - Frauenrechtlerinnen haben die Planung der Bonner Afghanistan-Konferenz kritisiert. "Am Dienstag beginnt die UNO-Konferenz ohne Frauen und schließt damit 52 Prozent der afghanischen Bevölkerung von vornherein aus", sagte die Geschäftsführerin der Organisation terre des femmes, Christa Stolle, am Samstag in Berlin. Auch unter der Nordallianz würden Frauen in Afghanistan benachteiligt.

Die deutsche Familienministerin Christine Bergmann erinnerte anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen daran, dass auch in Deutschland zahlreiche Frauen misshandelt werden. Dagegen ziehe die Bundesregierung mit ihrem Aktionsplan zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen inzwischen erfolgreich zu Felde. So erhielten zum Beispiel ausländische Frauen nach zwei Jahren ein eigenständiges Aufenthaltsrecht und nicht erst nach nach vier. Notfalls könne das Recht sofort erteilt werden. Das in diesem Monat beschlossene Gewaltschutzgesetz gewähre Frauen zudem größeren zivilrechtlichen Schutz gegen Gewalttaten.

Nach Angaben von terre des femmes fliehen jährlich etwa 40.000 Frauen in Deutschland vor häuslicher Gewalt in Frauenhäuser. Nach einer Studie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe wurde jede fünfte Frau in Deutschland schon einmal sexuell genötigt.

Weltweit werden nach ExpertInnenschätzungen jedes Jahr etwa zwei Millionen minderjährige Mädchen zur Prostitution gezwungen. Allein in die Rotlichtviertel der EU-Länder sollen pro Jahr illegal rund 120.000 Frauen geschleust werden. "Frauenhandel ist neben Drogenhandel und illegalen Waffengeschäften weltweit zur einträglichsten Geldquelle geworden", sagte Stolle. (APA/AP)

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