Manfred Lackner erneut zum Chef der SP Vorarlberg gewählt

25. November 2001, 15:35
1 Posting

Spitzenkandidat erhielt fas 98 Prozent der Stimmen

Bregenz - Beim 36. ordentlichen Landesparteitag der SPÖ Vorarlberg wurde der seit 1999 amtierende Vorsitzende Manfred Lackner (55) mit 97,8 Prozent der Delegiertenstimmen wiedergewählt. Im Mittelpunkt der Referate stand die Kritik an der Bundesregierung, speziell an deren sozialpolitischen Maßnahmen. SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures appellierte an die Parteibasis, die Initiative der Bundespartei für Neuwahlen zu unterstützen.

Manfred Lackner erhielt 146 von 150 abgegebenen Stimmen, das sind 97,8 Prozent. Bei der Landtagswahl 1999 kam die SPÖ auf 13 Prozent Stimmenanteil, ist seither im Vorarlberger Landtag (36 Abg.) nur mit fünf Mandataren vertreten und bildet gemeinsam mit zwei grünen Abgeordneten die Opposition gegen ÖVP (18) und FPÖ (11). Manfred Lackner ist seit 1996 Abgeordneter im Nationalrat und seit Dezember 2000 Gesundheitssprecher der SPÖ-Parlamentsfraktion. Im November 1999 wurde er zum SPÖ-Landesvorsitzenden gewählt.

"Aufsteigerregion mit menschlichem Antlitz"

In seinem Bericht übte Lackner scharfe Kritik an der Bundesregierung betonte aber, auf Landesebene biete sich die SPÖ der ÖVP als "seriöser Partner" an. Er kündigte an, die ÖVP bei ihrem Vorhaben zu unterstützen, Vorarlberg zu einer "Aufsteigerregion mit menschlichem Antlitz" zu machen. Eine härtere Oppositionslinie vertrat der Klubobmann der SPÖ-Fraktion im Vorarlberger Landtag, Günther Keckeis. Die schwarz-blaue Mehrheit verhindere Kontrollmöglichkeiten der Oppositionsparteien. Vorarlberg sei, verglichen mit anderen Bundesländern, Neandertal, kritisierte Keckeis. Der ÖVP warf Keckeis vor, doppelzüngig zu agieren: "Auf der einen Seite beklagt der Landeshauptmann die zentralistischen Tendenzen dieser Bundesregierung, andererseits ist er nach wie vor ein geradezu militanter Verfechter dieser Koalition." (APA)

  • Artikelbild
    foto: standard/cremer
Share if you care.